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  • Hintergrund • Game Of Thrones

  • Das Lied von Eis und Feuer

 erstellt am 20.07.2012 von Rayk Hoppe, Falko Theuner
Die Verfilmungen von "Der Herr der Ringe" haben eines gezeigt: Ernste und intelligente Fantasy weitab singender Elfen ist wieder salonfähig. Das dachte sich auch der US-Sender HBO und löste mit der Verfilmung des Fantasy-Bestsellers "Game Of Thrones" einen neuen Hype aus.
 
 

Verwegene Machtspiele, aufwendige Settings, detailverliebte Kostüme, eine bedrohliche Atmosphäre und Sean Bean. Fehlt eigentlich nur noch Peter Jackson im Regiestuhl. Der dreht aber derzeit den "Hobbit"-Zweiteiler in Neuseeland. Sean Bean hatte hingegen Zeit und konnte mit seiner Verkörperung des Boromir in Jacksons epochaler "Der Herr der Ringe"-Trilogie die besten Fantasy-Referenzen vorweisen.
 
Damit war Bean auch für den amerikanischen Pay-TV-Sender HBO die erste Wahl und zugleich Zugpferd der kostspieligen und mit viel Aufwand betriebenen Verfi lmung von "Game Of Thrones". Von den Fans der Romanreihe des amerikanischen Autors George R. R. Martin kritisch begutachtet, hat sich der Sender dem 1996 erschienenen ersten Buch der Fantasy-Saga "Das Lied von Eis und Feuer" angenommen.

Krähe, Schwert und eiserner Thron

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Die zierliche Daenerys (Emilia Clark) macht die größte Wandlung durch
Bild: Warner Home Video

Ein einfaches Unterfangen ist es nicht, einen multiperspektivischen, dicht verwobenen und epischen Stoff wie "Das Lied von Eis und Feuer" zu verfilmen. Immerhin streiten sich darin gleich sieben Adelshäuser um die Vorherrschaft auf dem fiktiven mittelalterlichen Kontinent Wes teros. Mit ihren politischen Intrigen, Mordanschlägen und Komplotten stürzen sie Westeros immer wieder in kriegerische Auseinandersetzungen und bürgerkriegsähnliche Zustände. Doch nicht nur von Menschenhand geschürte Gefahren bedrohen das Land. Auch die übernatürlichen Wesen des Nordens und feuerspeienden Drachen des Ostens, die beide bereits seit vielen Jahren als ausgestorben galten, trachten der Bevölkerung nach dem Leben.
 
Neben den auf dem Festland angesiedelten Adelsfamilien buhlen zudem zwei im Exil lebende Königskinder um den Thron. Gut, dass sich der erste Band der Saga und damit auch die erste Staffel der Verfi lmung zunächst auf drei Adelshäuser konzentriert. Schon die düstere Eröffnung der ersten Episode "Der Winter naht" zeigt sich wenig zimperlich und versetzt Fantasy-Jünger in die richtige Stimmung. Hinter einer jahrtausendealten gigantischen Mauer aus Eis, die die Einwohner des Kontinents vor den dahinter lebenden Wilden schützen soll, muss ein Bruder der Nachtwache mit ansehen, wie seine beiden Mitstreiter blutig ermordet werden - von Untoten.
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Am Hofe werden geheime Intrigen gesponnen
Bild: Warner Home Video

Wieder auf der anderen Seite angelangt, gilt er als Deserteur und wird von Lord Eddard Stark (Sean Bean), Wächter des Nordens und Oberhaupt der Adelsfamilie Stark, exekutiert. Währenddessen stirbt in der Hauptstadt King’s Landing der engste Berater des herrschenden Königs Robert Baratheon (Mark Addy). Kurzerhand begibt sich dieser auf die Reise in den Norden zu Eddard Stark, mit dem er seit seiner Jugend eng befreundet ist und dem er den Posten als neue rechte Hand des Königs anbietet. Die aus dem Hause Lannister stammende Königin zeigt sich davon wenig begeistert, denn sie verfolgt ihre eigenen Pläne und scheint in den Tod des früheren Beraters verwickelt zu sein.
 
Es ist das schlaue Zusammenspiel von markanten Charakteren, unberechenbaren Todesfällen, nachvollziehbaren Schachzügen und einer Prise Erotik, das "Game Of Thrones" so unterhaltsam macht. Wie auch schon bei dem früheren Golden-Globe-Gewinner "Die Sopranos" muss man sich auf das Szenario aber erst einlassen, um es zu mögen. Es dauert seine Zeit, bis sich die Intrigen, Pläne und Dramen vollends vor dem Auge des Zuschauers entfalten und dieser die enorme inhaltliche Qualität des Stoffes überhaupt erkennen kann.
 
Doch es ist auch nicht anstrengend, bis zu diesem Zeitpunkt die unvergleichlich dichte Fantasy-Atmosphäre in sich aufzusaugen. Die Kulissen, die Ausstattung und die Spezialeffekte stehen einer Kinoproduktion in nichts nach. Mehr noch übertreffen die innovativen inszenatorischen Ideen und Kamerafahrten die meisten aktuellen Leinwandproduktionen spielend. Und "spielen" ist genau das richtige Schlagwort für den wichtigsten Aspekt der Serie.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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