Grimme-Preis ehrt von Bönninghausen, Scobel und Wolf

13.04.2018, 12:00 Uhr, dpa

Die Fernsehjournalisten Inge von Bönninghausen, Gert Scobel und Armin Wolf werden bei der Verleihung des Grimme-Preises für ihre Verdienste "um den demokratischen Meinungsbildungsprozess in der Gesellschaft" ausgezeichnet.


Das teilte der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), der den Sonderpreis vergibt, am Freitag mit. Die Besondere Ehrung gehe an drei Personen, die für zentrale Leitmotive im Journalismus stünden: Aufklärung, gesellschaftliche Emanzipation und Stärkung der Urteilskraft. Die Grimme-Preise werden am Abend in Marl verliehen.


Wolf erhält die Besondere Ehrung für seine Arbeit als stellvertretender Chefredakteur der Fernsehinformation beim Österreichischen Rundfunk (ORF) und als Moderator des Nachrichtenmagazins "ZiB 2". Er zeige immer wieder aufs neue, "wie man journalistisch mit Vereinfachung und Populismus umgeht: präzise, unnachgiebig, unerschrocken, analytisch, leidenschaftlich, aber nicht von eigenen Gefühlen hingerissen".
 
Zuletzt hatte sich Wolf Attacken von Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ausgesetzt gesehen, der den ORF und Wolfs Facebook-Profil als "Ort" bezeichnete, wo "Lügen und Fake News zu Nachrichten werden". In einem außergerichtlichen Vergleich zog Strache diese Aussage dann aber zurück.
 
Von Bönninghausen habe neue Maßstäbe für die Darstellung der Lebenswirklichkeit von Frauen in den Medien gesetzt. Sie habe 1980 als Redakteurin beim WDR die Sendung "Frauen-Fragen" eingeführt, die unter dem Titel "frau tv" heute das älteste und nach dem Aus von "ML Mona Lisa" im ZDF mittlerweile einzige Frauenmagazin im deutschen Fernsehen sei.
 
 
Scobel stehe wie kaum ein zweiter für den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und medialer Vermittlung, begründete der DVV die Auszeichnung. Wissenschaftsjournalismus, wie Scobel ihn präge, sei "wichtiger denn je". Der Fernsehjournalist präsentiert bei 3sat die meist einmal wöchentlich ausgestrahlte Sendung "scobel".

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