HR: Grenzwertige "Hater-Interviews" beschäftigen Rundfunkrat

14.03.2019, 10:15 Uhr, jrk

Am Freitag muss sich der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks mit einer Programmbeschwerde des Rostocker Medienrechts-Anwalts Johannes Richard beschäftigen. In der Kritik stehen die "Hater-Interviews" des HR.


In der Sache geht es dabei um das Format "World Wide Wohnzimmer", in dessen Rahmen die "Hater-Interviews" produziert werden.


In der Jugendsendung werden die Gäste vulgären Hass-Attacken einer Computerstimme ausgesetzt und dabei vor laufender Kamera niedergemacht. Der HR verteidigt das Format, welches auf dem Kinder- und Jugendportal Funk von ARD und ZDF sowie auf Youtube abrufbar ist, als ironische Auseinandersetzung mit Hasskommentaren, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

In der Sendung ist diese Ironie aber nicht offensichtlich und die Zuschauer werden sogar aufgefordert, ihre Hass-Fragen vor der Sendung bei der Redaktion einzureichen. Viele davon werden dann von der Computerstimme verlesen. Der Gast soll dann auf diese Beleidigungen antworten.

Bereits in seiner Sitzung am 1. Februar hatte sich der Rundfunkrat mit dem grenzwertigen Sendekonzept beschäftigt. Allerdings wurde nach Angaben von Rundfunkrat-Chef Harald Brandes die Diskussion nicht beendet und soll am Freitag fortgesetzt werden.

Der Rostocker Medienrechts-Anwalt Johannes Richard empfindet die Beiträge dem Zeitungsbericht nach als jugendschutzgefährdend, frauenfeindlich, sexistisch, ausländerfeindlich sowie homophob. Einige rufen nach seiner Meinung auch zu Gewalt auf. Wie und ob es mit dem in der Kritik stehenden Online-Format weitergehen kann, klärt sich nun voraussichtlich morgen.

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