Spezial • Haben Sie goldene Ohren?

Machen Sie mit Philips den Test im Internet

 erstellt am 15.05.2014 von Tobias Häußler
Können Sie Ihren Ohren trauen? Wie gut sind Sie in der Lage, Klangqualität zu beurteilen und feinste Veränderungen in Musik und Geräuschen zu unterscheiden? Testen Sie sich selbst, mit einem kleinen Online-Test von Philips!

Die Idee hinter den "Golden Ears" ist nicht ganz so neu und innovativ, wie es Philips uns glauben machen will. Schon 1969 entwickelte Dave Moulton ein Gehörbildungsprogramm für seine Studenten. Nach und nach kamen zusätzliche Lektionen hinzu, bis es 1992 schließlich von KIQ Productions unter genau diesem Namen kommerziell veröffentlicht wurde, den auch Philips auf seiner Website verwendet. Bis heute schulen Toningenieure und Tonmeister weltweit ihre Ohren mit genau diesen Trainingseinheiten, denn feinste Nuancen in vorliegendem Audiomaterial zu erkennen ist nicht angeboren, sondern in der Regel eine Frage kontinuierlicher Übung. Ein paar Grundlageneinheiten portiert Philips nun optisch hübsch aufbereitet und versehen mit Zusatzinfos ins Internet (www.goldenears.philips.com), um seinen Kunden und Neugierigen einerseits aufzuzeigen, wie feinsinnig ihre Techniker und Ingenieure zu Werke gehen, andererseits um spielerisch zu demonstrieren, wie vielfältig die Störfaktoren bei Klangkomponenten einer Heimanlage sein können. Man durchläuft selbst mehrere Lektionen und Schwierigkeitsgrade, bis man sich selbst die Krone der "Goldenen Ohren" aufsetzen darf. Doch dazu später mehr.
 
Wenn man nun also den Webauftritt besucht, gelangt man nach einem kurzen Intro auf eine Seite, die ein paar Informationen bereitstellt, sowohl über das Golden-Ears-Programm an sich, als auch über die einzelnen Bereiche, in denen der Test absolviert wird. Man erfährt, dass man vier Schwierigkeitsstufen durchlaufen muss, um erfolgreich abzuschließen, und dass man sich mit seinen Freunden messen kann. Es ist möglich, unangemeldet als Gast teilzunehmen, eine Registrierung empfiehlt sich allerdings schon von daher, dass so Fortschritte gespeichert werden und man den mitunter zeitaufwändigen Prozess nicht jedes mal von vorn beginnen muss. Außerdem empfiehlt Philips, das Programm mit Kopfhörern zu absolvieren. Diese sollten jedoch von ausreichender Qualität sein, da sonst wichtige Feinheiten unter Umständen nur schwer oder gar nicht zu unterscheiden sind. Die Lektionen an sich sind sehr übersichtlich strukturiert. Vor jeder Herausforderung erwartet uns ein Infotext und ein Trainingsprogramm, mit dem man sich vor Augen oder besser zu Gehör führen kann, was einen im Verlauf des folgenden Tests erwartet. Visualisiert durch leicht verständliche Graphen wird auch dem Laien gezeigt, wie sich ein Einbruch im Frequenzverlauf anhört, oder wie sich der Raumeindruck bei einer Reduktion der Stereobreite oder beim Zumischen eines Hall-Effekts verändert.
Einschnitte im Frequenzspektrum sorgen für eine unharmonische Färbung des Klangs
Bild: Screenshot Philips / Auerbach Verlag

In den Tests selbst werden meist drei Klangbeispiele geboten, von denen eines um den jeweiligen Parameter verändert wurde. Nach einer richtig beantworteten Frage kommt man zur nächstschwereren, antwortet man jedoch falsch, wird man wieder auf die letzte zurückgeworfen. Wurde ein übungsteil erfolgreich absolviert, kann man seinen Status stolz auf Facebook teilen, oder einfach gleich weitermachen. Die Schwierigkeit steigert sich dabei kontinuierlich und ist von anfangs sehr offensichtlichen, fast schon offensiven Störeinflüssen bis hin zu feinen Lautstärke- und Lautheitsveränderungen von nur circa einem Dezibel für Laien, wie erfahrenen Hörer ein aufschluss- und vielleicht sogar lehrreiches Vergnügen.
 
Die Samples, mit denen in den Tests gearbeitet wird, sind trotz internetkompatiblem Format qualitativ durchaus hochwertig genug, um die minimalen Unterschiede im Klang entsprechend abzubilden. Das einzige Manko der Seite ist die schwächelnde deutsche übersetzung, die anstatt Klarheit in einigen Fällen eher Verwirrung stiftet, deshalb empfehlen wir die Nutzung in englischer Originalsprache. Ansonsten bietet uns Philips hier eine durchaus gelungene Spielerei.
Eine geringere Basisbreite schmälert den räumlichen Eindruck und nimmt dem Klang Fülle
Bild: Screenshot Philips / Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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