Hisense kauft das Fernseher-Geschäft von Toshiba

15.11.2017, 12:31 Uhr, bey

Der japanische Hersteller Toshiba ist im Laufe des Jahres finanziell gehörig in Schieflage geraten. Um den Kurs zur korrigieren wurde über den Verkauf verschiedener Sektionen spekuliert. Mit Hisense ist nun Abnehmer für Fernsehersparte gefunden worden.


Hisense hat den Kauf der TV-Produktion, der Marke, Forschung und Entwicklung sowie der betrieblichen Dienstleistungen von Toshiba am 14. November 2017 bekannt gegeben.Toshiba, das auf eine ereignisreiche, 142-jährige Geschichte zurückblicken kann, verfügt über eine führende Displaytechnik in Japan.


Das Traditionsunternehmen rangiert trotz Schieflage als Marke unter den internationalen, global agierenden Technikmarken immer noch recht weit oben. Hisense wird 95 Prozent der Aktien von der Toshiba Visual Solutions Corporation (TVS) für 12,9 Milliarden Japanische Yen, umgerechnet knapp 100 Millionen Euro, erwerben. Der übrig bleibende ein Anteil von 5 Prozent wird bei Toshiba verbleiben.

Hisense erhält eine Lizenz zur Verwendung der Toshiba-Marke für einen Zeitraum von 40 Jahren. TVS ist in erster Linie im Geschäft für Fernseher und eine Reihe von Nebenprodukten, wie Werbe- und Anzeigedisplays, tätig.

Der Kauf von TVS sorgt zudem für den Erhalt von zwei Fabriken in Japan und von hunderten talentierten Mitarbeitern bei Toshiba im Bereich Forschung und Entwicklung. Außerdem kann ein bedeutendes Portfolio an geistigem Eigentum gesichert werden.

Laut dem IHS lag Toshiba 2016 bei den Verkäufen von Fernsehern auf dem japanischen Markt auf Platz 3. Zusammen kommen beide Marken nach der Transaktion auf einen Marktanteil von insgesamt über 20 Prozent. Das TV-Geschäft von Hisense rangierte 2016 (laut IHS) weltweit auf dem dritten Platz und steht beim Marktanteil in China schon 13 Jahre in Folge auf Rang eins.

Toshiba hatte im Frühjahr die US-Atomsparte Westinghouse Electric in die Insolvenz schicken müssen. Um die Finanzlöcher in der Bilanz weiter zu stopfen, musste außerdem bereits die Speicherchipsparte verkauft werden. Nun geht also ein weiteres Filetstück an einen Konkurrenten.

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