IBC: Videokompressionsstandard HEVC halbiert Datenraten für HD

06.09.2012, 13:06 Uhr, ps

Auf der International Broadcast Conference (IBC), die am heutigen Donnerstag in Amsterdam startet, plant das Fraunhofer Institut den neuen Videokompressionsstandard HEVC vorzustellen. Dieser soll bei der Übertragung von HD-Signalen nur die halbe Bandbreite des bisherigen Standards in Anspruch nehmen und könnte damit dem hochauflösenden Fernsehen einen neuen Schub verleihen.


Auf der diesjährigen International Broadcast Conference (IBC), die am heutigen Donnerstag in Amsterdam startet, wird der neue Videokompressionsstandard "High Efficiency Video Coding" (HEVC oder auch H.265) besonders im Fokus stehen. Dieser soll bei gleicher Qualität datentechnisch nur in etwa die halbe Bandbreite des derzeitigen Standards H.264/MPEG-4 AVC in Anspruch nehmen und hätte damit entscheidende Vorteile, zum Beispiel bei der Verbreitung von High-Definition-Inhalten.

Was ist HEVC?


Im Juli 2012 hatten sich rund 450 Experten von Telekommunikationsunternehmen sowie aus der Unterhaltungselektronik- und Computerbranche in Stockholm getroffen, um einen Entwurf für das neue Kompressionsformat zu beschließen. Am 15. August hatte sich die MPEG-Expertengruppe auf einen Entwurf einigen können, der nun für die Verwendung standardisiert werden soll. Per Fröjdh vom schwedischen Unternehmen Ericsson Research und gleichzeitig Vorsitzender der schwedischen MPEG-Delegation gab in Rahmen der Vorstellung des Entwurfes an, dass mit einem Abschluss der Standardisierung von HEVC bis spätestens Anfang 2013 zu rechnen sei.   

Entwickelt wurde der neue Videokompressionsstandard von Fernseh-, Computer- und Mobilfunk-Herstellern in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut. Wie das Institut auf seiner Internetseite mitteilt, wurden für HEVC viele Anteile von H.264 optimiert. Während der bisherige Kodierungsstandard beispielsweise das Bild in Blöcke von 16 x 16 Pixeln unterteilt, soll H.265 das gleiche Bild in variable Blockgrößen bis zu 64 x 64 Pixel zerstückeln. Diese größeren Blöcke sollen sich wesentlich effizienter kodieren lassen.

Geeignet für HDTV und 4K


Interessant ist der neue Standard vor allem für die Übertragung von HDTV-Signalen interessant. Da in H.265 kodierte Videosignale nur die halbe Bandbreite des derzeitigen Standards H.264 in Anspruch nehmen sollen, könnten in Zukunft wesentlich mehr Programme bei sinkenden Kosten übertragen werden. Dies könnte nicht zuletzt für den neuen terrestrischen Übertragungsstandard DVB-T2 von Relevanz sein, da dieser über den bisherigen Kompressionsstandard H.264 voraussichtlich nur die Verbreitung von drei bis vier HD-Programmen über einen Multiplex zulässt.

Auch für 4K-Auflösungen dürfte HEVC interessant werden. Technisch ist zwar auch der bisherige Standard H.264 in der Lage, Videosignale in 4K zu kodieren, allerdings ist dies mit erheblichen Kosten bei der Übertragung verbunden, denn für die Fernsehübertragung wäre dabei ein zusätzlicher Kanal notwendig.

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