
- Hintergrund IDTV oder Set-Top-Box?
- Vor- und Nachteile
erstellt am 09.05.2011 von Thomas Riegler
Vermehrt gehen TV-Geräte-Hersteller dazu über, ihre Modelle mit multifunktionellen Tunern auszustatten. Somit kann man mit aktuellen Fernsehern TV-Programme ohne Zusatzgeräte empfangen. Egal, ob über Antenne, Kabel oder Satellit. Doch sind diese integrierten TV-Receiver-Kombination eine echte Alternative?
Daneben gibt es nach wie vor den Beistellreceiver, mit dem man zum Beispiel Satellitenfernsehen empfängt. Hat er ausgedient oder doch noch seine Berechtigung?
IDTV ist die Abkürzung des englischen Begriffs "Integrated Digital Television". Er bezeichnet Fernsehgeräte mit einem Empfangsteil für Digitalfernsehen. Eine Aussage darüber, welcher Digitaltuner eingebaut ist, wird nicht getroffen. Und gerade davon gibt es zahlreiche Varianten, die darüber entscheiden, für welche Empfangswege sich ein TV-Gerät einsetzen lässt. Denn keineswegs jedes Gerät hat alle Empfangswege an Bord.
DVB-T-Tuner im TV
Ein eingebauter DVB-T-Tuner zählt inzwischen zur Standardausstattung aktueller Fernseher. Doch bereits bei dieser Mindestausstattung scheiden sich die Geister. In Deutschland wird DVB-T derzeit im MPEG-2-Standard ausgestrahlt, der auch von allen IDTV-Fernsehern empfangen wird. In anderen Ländern kommt DVB-T auch mit der effizienteren MPEG-4-Komprimierung zum Einsatz. Darüber kann auch HDTV angeboten werden, was beispielsweise in Italien bereits der Fall ist. Die dafür erforderlichen TV-Geräte gibt es dank der Globalisierung auch bei uns. Meist sind Fernseher ab der Mittelklasse bei DVB-T MPEG-4-tauglich. Sie werden mit dem Argument beworben, man könne mit ihnen HDTV empfangen. Das stimmt zwar grundsätzlich, wird aber für Deutschland und Österreich niemals zutreffen. Denn da liebäugelt man bereits mit dem noch effizienteren Nachfolgestandard DVB-T2. Er soll beispielsweise in Österreich ab 2012 eingeführt werden, auch in Deutschland wird es wohl nicht viel länger dauern. Mit unseren eben erst gekauften LCD-Fernsehern werden wir das neue DVB-T2 nicht empfangen können und sind somit auch vom künftigen HDTV via Antenne ausgesperrt.
Verschlüsselte Sender via DVB-T
Viele neuere Fernseher haben einen eingebauten Schacht zur Aufnahme eines Decodiermoduls eingebaut. Er soll ermöglichen, direkt mit dem TV auch verschlüsselte Sender zu empfangen, die es übrigens auch in Deutschland gibt. Nämlich in den Regionen Stuttgart und Halle/Leipzig, wo sechs RTL-Sender unter dem Namen Viseo Plus erfolglos vermarktet werden. Sollte man zu den wenigen gehören, die für etwas bezahlen wollen, was es etwa über Satellit oder in anderen Regionen Deutschlands gratis über DVB-T gibt, braucht es jedenfalls einen separaten DVB-T-Receiver. Denn Viseo gibt keine Smartcards alleine aus, womit auch der Nutzen des DVB-T-Tuners im Fernseher geschmälert wird.
Digitales Kabelfernsehen
Schon seit einigen Jahren werden viele Flachbild- TVs mit einem digitalen Kabeltuner ausgestattet. In vielen Kabelnetzen sind alle Programme grundverschlüsselt. Somit wird der eingebaute Kabeltuner wertlos. Selbst wenn das TV-Gerät ein Modul mit Smartcard aufnehmen würde, heißt das noch lange nicht, dass man damit auch Kabelfernsehen empfangen kann. Denn viele Kabelnetzbetreiber schreiben vor, mit welchen Set-Top-Boxen der Empfang ihrer Programme zulässig ist. Sie sind entweder zu kaufen oder zu mieten. Ein Umdenken hat erst in jüngster Vergangenheit eingesetzt: So gibt etwa Kabel Deutschland nun auch Decodiermodule nach dem noch recht neuen CI-Plus-Verfahren und die erforderliche Smartcard alleine aus. Nur: Damit das CI-Plus-Modul erkannt wird, muss auch das TV-Gerät dafür geeignet sein. Also ist man mit einem Fernseher mit digitalem Kabeltuner und Modulschacht nicht automatisch auf der Gewinnerseite.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
Letzte Änderung: Donnerstag, 12.05.2011

















