Ist DAB Plus ohne Fördergelder verloren?

06.02.2019, 10:00 Uhr, PMa

DAB Plus ist für kleine Radiosender teuer und umständlich. Einen echten Boom erlebt Radio dagegen im Online-Bereich. Sind staatliche Fördermaßnahmen die Lösung für den Vormarsch des UKW-Nachfolgers?


Insgesamt 250 DAB Plus-Programme gibt es inzwischen in der Bundesrepublik. Dennoch greifen die meisten landesweiten Privatradios weiterhin auf den analogen UKW-Hörfunk als Hauptverbreitungsweg für Radio zurück, schreibt "SatelliFax". 


Ein Ende scheint nicht in Sicht. So hat beispielsweise gerade erst die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) Frequenzen bis 2032 ausgeschrieben. Und noch mehr spricht gegen die Abschaltung. In einem Interview mit dem Portal "Digitalradio in Deutschland" sagt Inga Schmaser, Programmchefin vom Privatsender Delta Radio: "Mit Blick auf die Entwicklungen im Bereich Smart Audio, Smart Speaker, Connected Cars etc. muss man doch ganz klar konstatieren, dass Audio aktuell einen echten Boom im Online-Bereich erlebt."
 
Auch wirtschaftlich bietet der Verbreitungsweg durchaus Vorteile für die Radiosender. Direkte Refinanzierbarkeit und skalierbare Verbreitungskosten sprechen laut Schmaser für eine Zukunft im IP-Bereich. DAB Plus dagegen sei teuer; ein Wechsel des Empfangskanals bedeute Kosten, die aus bestehenden Vertriebserlösen finanziert werden müssen. "Ob mit einer Haushaltsgerätedurchdringung von deutlich unter 20 Prozent in Schleswig-Holstein tatsächlich schon der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um die zusätzlichen Kosten zu rechtfertigen, ist zumindest zweifelhaft", fügt die Programmchefin hinzu.
 
Die Lösung? Als kleiner privater Sender wünsche man sich, dass der Einstieg in DAB Plus durch Fördermaßnahmen erleichtert werden würde, so Schmaser. Ein gutes Zeichen für die Zukunft von DAB Plus gibt gerade Brüssel. Dort hat man laut "SatelliFax" jetzt gesetzlich verankert, dass Autoradios künftig mindestens eine digitale Schnittstelle enthalten müssen. 

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