Jan Böhmermann besorgt über Zukunft von ARD und ZDF

08.11.2016, 10:07 Uhr, kw

Jan Böhmermann sorgt sich, dass ARD und ZDF in der digitalen Welt den Anschluss verpassen. Der ZDF-Moderator vermisst bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten den Mut zu Neuem.


Der ZDF-Moderator Jan Böhmermann sorgt sich um die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen. Er befürchtet, dass die aus dem Rundfunkbeitrag finanzierten Sendeanstalten in der digitalen Welt den Anschluss verpassen, wie er am Montag bei einer Tagung des Grimme-Forschungskollegs erklärte. "Technisch und kulturell haben die Sender eine Lücke von 20 Jahren zu überbrücken, in der sie sich wenig um technische Entwicklungen gekümmert haben", so Böhmermann in Köln.


Seiner Meinung nach mangele es ARD und ZDF an der Bereitschaft, sich auf neue Entwicklungen einzulassen. "Die Bereitschaft, Neues zuzulassen und auch mal zu scheitern, geht gegen Null", stellte Böhmermann fest. Dabei sei es wichtig, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender im digitalen Zeitalter auch der Zuschauerkritik annehmen und diese angemessen berücksichtigen, wie der Grimme-Preis-Träger betonte.
 
ARD und ZDF könnten ansonsten auf diese Weise im digitalen Transformationsprozess leicht den Anschluss verlieren. "Die fehlende Bereitschaft macht mich nervös", sagte Böhmermann. "Ich finde es bedenklich, dass die Neue Rechte die sozialen Medien viel schneller verstanden hat als die Leute, die geradeaus denken können. Diese Leute sind alle längst da, wo die öffentlich-rechtlichen Sender leider noch nicht sind."
 
Böhmermann selbst hat erst vor Kurzem seinen Vertrag mit dem ZDF verlängert, für das er auf ZDFneo das "Neo Magazin Royale" moderiert. Ende März hatte er in einer Ausgabe des Satire-Magazins seine "Schmähkritik" vorgetragen, wodurch eine Staatsaffäre ausgelöst worden war.

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