KEF verlängert Gnadenfrist für DAB-Ausbau

28.09.2010, 16:30 Uhr, mw

Die Kommission zur Feststellung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat die Frist für eine Einigung der Interessenten für das Digitale Radio in Deutschland bis zum 15. Dezember verlängert. Hinter der Fristverlängerung steht das Deutschlandradio.


Da sich die Teilnehmer am Digitalradio bis zum 22. September nicht auf ein gemeinsames Finanzierungskonzept geeinigt hatten (DIGITAL FERNSEHEN berichtete) beantragte Deutschlandradio eine weitere Verlängerung der Frist, bis zu der das gemeinsame Finanzierungskonzept stehen muss. Wie die KEF am Dienstag mitteilte, wurde die Frist nun bis zu 15. Dezember verlängert. Experten vermuten, dass das die letzte Chance für DAB Plus ist.


Die Einigung über ein gemeinsames Finanzkonzept des DAB-Plus-Ausbaus ist Voraussetzung für die Bewilligung von 42 Millionen Euro Gebührengeldern für Deutschlandradio durch die KEF. Deutschlandradio will seine Sender Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen ab 2011 im ganzen Bundesgebiet digital verbreiten. Auch private Sender haben Interesse angemeldet, sind aber nicht bereit, sich am DAB-Plus-Ausbau finanziell zu beteiligen.
 
"Mit der heutigen Fristverlängerung hat die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs den Weg frei gemacht für die Einführung eines modernen digitalen Hörfunks in Deutschland," sagte der Hörfunkbeauftragte der Landesmedienanstalten und Direktor der saarländischen Landesmedienanstalt LMS, Gerd Bauer, die Entscheidung der KEF. Bauer fügte hinzu, öffentlich-rechtliche und private Hörfunkanbieter, die Landesmedienanstalten, die deutsche Automobilindustrie und auch Media Broadcast sowie viele andere hätten in der Frage der Einführung von DAB Plus gerade in den letzten Monaten eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Das habe die KEF mit ihrer Fristverlängerung offenbar anerkannt.

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