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  • Hintergrund • Ka-Band empfangen

  • Neuen Frequenzbereich entdecken

 erstellt am 04.03.2013 von Thomas Riegler
Das Ka-Band ist ein neuer Frequenzbereich, der von den meisten von uns weitgehend unbeachtet auf immer mehr Satelliten zu finden ist. Noch spielt das Ka-Band für den Sat-TV-Direktempfang keine Rolle. Das könnte sich aber vielleicht schon in naher Zukunft ändern.
 
 

Grund genug für uns, das Ka-Band bereits heute einer näheren Betrachtung zu unterziehen und erste Empfangsversuche damit zu machen.
 
Ausgangssituation
 
Für den Satellitendirektempfang kommt üblicherweise das Ku-Band im Frequenzbereich von 10,70 bis 12,75 GHz zum Einsatz. Wer sich etwas intensiver mit dem Sat-Empfang beschäftigt, weiß, dass dieser Frequenzbereich auf den wichtigsten Sat-Positionen, wie etwa 19,2 Grad Ost oder 13 Grad Ost schon ziemlich voll ist. Deshalb versuchen die Satellitenbetreiber zunehmend TV-Programme für den Direktempfang in diesem Bereich zu konzentrieren. Andere Services wie Videoüberspielungen und Satelliteninternet werden auf andere, unattraktive Satellitenpositionen ausgelagert oder etwa ins Ka-Band verschoben.
 
Hinzu kommt, dass der Bedarf an Übertragungsbandbreite in den nächsten Jahren weiter steigen wird. So benötigen HD-Sender deutlich mehr an Satellitenkapazität als in SD ausgestrahlte Stationen. Außerdem steht das neue ultrascharfe 4K-HD-Format vor der Einführung. Wegen seiner viermal so scharfen Bilder wird es so richtig viel an Transponderkapazitäten benötigen. Diese wird auf längere Sicht gesehen nur das Ka-Band zur Verfügung stellen können. Und zwar zusätzlich zum Ku-Band. Das Ka-Band hat zudem den Vorteil, dass es eine schärfere Bündelung von Footprints und somit genauer bestimmter Ausleuchtzonen zulässt.

Ka-Band-LNB - wo bekommen?


Das Ka-Band erstreckt sich etwa zwischen 18,2 und 22,2 GHz, wobei auch Frequenzen des oberen 17-GHz-Bereichs noch dem Satelliten-Ka-Band zuzurechnen sind und auch genutzt werden. Damit erstreckt sich dieser neue Bereich über eine Bandbreite von mehr als 4 GHz, was rund doppelt so viel ist wie das im Ku-Band genutzte Spektrum. Bis heute in Betrieb befindliche Satelliten mit Ka-Band-Nutzlast nutzen stets nur einen Teilbereich des Ka-Bands. Leider ist es einmal der, einmal ein anderer, womit man noch weit entfernt von einem einheitlichen von allen Satellitenbetreibern genutzten neuen Frequenzbereich entfernt ist. Ist man auf der Suche nach einem Ka-Band-LNB, wird man schnell feststellen, dass dieser Frequenzbereich oft noch gänzlich unbekannt ist. Auf unsere Nachfragen bei diversen Fach- aber auch Großhändlern sahen wir meist nur Fragezeichen in den Augen unserer Gesprächspartner.
 
Einige haben zumindest schon davon gehört, sahen sich aber nicht in der Lage, einen geeigneten LNB anzubieten. Die Beschaffung eines geeigneten LNB ist auch wegen des großen Ka-Band-Frequenzbereichs beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Ka-Band-LNBs werden bislang nur von wenigen Firmen angeboten. Die meisten Ka-Band-LNBs gibt es vom kanadischen Hersteller Norsat. Dieser baut allerdings nur Flansch-LNBs für Profi-Anwendungen, bietet diese aber immerhin für bis zu drei Teilbereiche des Ka-Bands, nämlich von 18,2 bis 19,2, 19,2 bis 20,2 und 20,2 bis 21,2 GHz an. In gleicher Bauart wie auch unsere Ku-Band-LNBs wird ein Ka-Band-LNB auch von Inverto angeboten. Die Firma hat unter DXern wegen seiner leistungsstarken LNBs bereits einen guten Namen.
 
Weiter von Vorteil: Inverto-LNBs sind in unseren Breiten leicht zu bekommen, womit auch ein Ka-Band-LNB in greifbare Nähe scheint. Denkste! Denn gerade den auf die Bezeichnung "White Ka" hörenden Artikel führen nicht einmal die deutschen Großhändler. Interessiert man sich heute für Sat-Internet via 9 Grad Ost, bekommt man ohnehin bereits die komplette Empfangsanlage vom Sat- Internet-Anbieter, womit die Nachfrage nach einem Ka-Band-LNB eigentlich auch gar nicht vorhanden ist. Abseits von Sat-Internet-Anwendungen sind Ka-Band-LNBs für den Endverbraucher nur in Irland von Interesse, denn die staatlichen irischen TV- und Radiokanäle werden über einen Ka-Band-Transponder auf Eutelsat Ka-Sat auf 9 Grad Ost ausgestrahlt. So wundert es auch nicht, dass der für den Endkunden bestimmte Inverto-Ka-Band-LNB nur über irische Fachhändler angeboten wird. Dank EU und Internet ist es somit letztlich auch bei uns kein Problem, den gewünschten Artikel schnell und preiswert zu bekommen.

White Ka


Der White Ka von Inverto ist ein Ka-Band-Twin-LNB, an den zwei Receiver direkt angeschlossen werden können. Der bipolare Zirkular-LNB wurde speziell für den Empfang des Ka-Sat mit einer Standard-Offset-Antenne mit einem Durchmesser von rund 60 bis 90 cm entwickelt. Sein Feed-Durchmesser beträgt 23 mm. Ein 40-mm-Adapter liegt dem LNB bei.
 
Der LNB ist für den Frequenzbereich von 19,7 bis 20,2 GHz ausgelegt. Er wird mit einer Zf von 21,2 GHz in den Bereich von 1 500 bis 1 000 MHz umgewandelt. Was so viel heißt, dass 19,7 GHz 1 500 MHz und 20,2 GHz 1 000 MHz entsprechen. Nach dem gleichen "verkehrten" Prinzip arbeiten übrigens auch C-Band-LNBs. Die Rauschzahl des LNBs beträgt typisch 1,3 dB.

KA-Band-Empfang

Es gibt noch keinen LNB, der das gesamte Ka-Band abdeckt. Dafür würde es heute vier verschiedenen LNBs benötigen. Profi-LNBs wie dieses, decken je 1000 MHz des Ka-Band-Spektrums ab
Bild: Norsat

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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