Kabel Deutschland schaltet Satellitenzuführung endgültig ab

02.02.2012, 12:04 Uhr, ar

Schlechte Nachrichten für Satellitenzuschauer, die sich bislang über Astra 23,5 Grad Ost die digitalen Spartenkanäle von Kabel Deutschland ins Haus geholt haben. Der Netzbetreiber stellt die Satellitenzuführung ein und greift für die Verbreitung an seine regionalen Kopfstationen künftig ausschließlich auf seine zentrale Glasfaser-Infrastruktur zurück.


Aktuell sind nur noch drei der bislang 13 von Kabel Deutschland genutzten Transponder auf Astra 23,5 Grad Ost mit Sendern belegt. Die restlichen 10 Frequenzen sind seit dieser Woche inaktiv, auf einen Schlag fielen weit über 100 Sender weg. Auch für den Satellitenbetreiber SES Astra ist dieser Rückgang der Transponderauslastung keine gute Nachricht. Wie die Ressourcen künftig genutzt werden, ist momentan noch nicht bekannt.

In der Vergangenheit hatten sich kleinere regionale Kopfstellen von Kabel Deutschland die Sender über eigene Satellitenanlagen direkt von dem SES-Trabanten abgeholt und in ihr Netz eingespeist. Nach der abgeschlossenen Anbindung sämtlicher Kopfstellen an den zentralen Glasfaser-Ring von Kabel Deutschland und dem Verkauf einiger kleinerer, noch nicht umgerüsteter Dependancen kann der Anbieter künftig auf die kostspielige Anmietung der Satellitenkapazität verzichten.
 
Leidtragende sind Kunden, die sich bislang über eine gültige Smartcard von Kabel Deutschland und ein AlphaCrypt-CAM oder andere alternative Module die per Simulcrypt in Nagravision und Videoguard verschlüsselten Ausstrahlungen per Satellit ins Haus geholt haben. Diese Empfangsmöglichkeit entfällt künftig ersatzlos.
 
Ursprünglich hätte die Programmzuführung zu allen Kabelkopfstellen von Kabel Deutschland über den zentralen Glasfaser-Backbone bereits Ende 2008 abgeschlossen sein sollen. Über das Ringnetz wird auch der für Internet- und Telefoniedienste notwendige Datenverkehr realisiert. Die Zentralisierung der Zuführung hat auch Schattenseiten: Ausfälle können künftig einen weitaus größeren Kundenkreis betreffen als bei den technisch autarken Insellösungen, bei denen in der Vergangenheit nur die jeweilige Kopfstelle betroffen war.
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