Hintergrund • Kabelloses Heimkino, Seite 2

WirelessHD (WiHD)

 erstellt am 30.04.2013
 
 
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WLAN-Repeater erhöhen die Funkreichweite und stabilisieren ausgesendete Signale
Bild: AVM

Ein zweiter Übertragungsstandard löst eben jenes Problem und nennt sich bezeichnenderweise WirelessHD (WiHD). Im Gegensatz zu WHDI geht die Übertragung mit maximaler Bandbreite mit Einschränkungen in der Reichweite einher. Die Datenübertragung gelingt im 60-GHz-Frequenzband mit maximalen Raten bis 28 Gigabit pro Sekunde.
 
Damit erlaubt die hochfrequente Sendeleistung eine unkomprimierte Datenübertragung von Audio- und Videomaterial bis maximal zehn Meter innerhalb eines Raumes. Fazit: Mit 3D, HD und 4K werden die wichtigsten Bildstandards völlig kabelfrei übertragen. Einige neue Fernseher und Projektoren haben entsprechende Empfänger bereits integriert. Für unkomprimierten Tongenuss gilt es, auf WiHD-Kompatibilität zu achten.
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Bild: Audio Pro

Lautsprecherkabel gelten gemeinhin als die größten Stolperfallen im Heimkino. Bereits vorkonfigurierte Surround-Sets bieten häufig die Möglichkeit, die Rear-Lautsprecher per Funk anzusteuern. Das dazu benötigte Drahtlosmodul hat neben dem Empfänger einen eigenen Kompaktverstärker integriert. Eine adäquate Lösung bietet Teufel mit der RearStation 4. Die Transmitter-Receivereinheit interagiert dabei mit bis zu 20 m weit entfernten Lautsprechern sowie über die Grenzen des Heimkinos hinaus.
 
Bei eingehenden Signalen aktiviert eine Auto-On-Schaltung die RearStation 4 automatisch, die im 2,4-GHz-Frequenzband funkt. Haben Player, Stereoverstärker oder AV-Receiver keine Vorverstärkerausgänge verbaut, bietet sich Teufels zusätzliche Konverterbox an. Die Level Converter AC 5011 AP konvertiert hochpegelige Lautsprechersignale in das Cinch-Format, um diese anschließend über das Drahtlosmodul zu versenden. Auch Audio Pro bietet in seiner Living-Serie geeignete Funkmodule wie das Pro Living WF100. Beide Hersteller haben darüber hinaus eigene Funklautsprecher im Programm.
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Mit Belkins Smart TV Link wird jedes Netzwerk-Audio-Video-Gerät zu einem smarten WLAN-Funkempfänger
Bild: Belkin
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Die HD-Transmitter/Receiver von CM3-Computer senden HDMI-Bild- und Tonsignale bis zu 30 Meter in Full HD
Bild: CM3-Computer

Im mobilen Einsatzbereich und für die Anwendung in Nebenräumen hat sich die Bluetoothverbindung etabliert. Bei der Übertragung kommt das Bluetoothprofil A2DP (Advanced Audio Distribution Profil) zum Einsatz. Zur Sicherung der Audioqualität ist hingegen lediglich eine unzureichende Mindestanforderung formuliert. So muss ein Bluetoothgerät - egal ob Quelle oder Senke - mindestens den lizenzfreien SBC-Audiocodec (Low Complexity Subband Codec) unterstützen. Mit einer Bitrate von 128 kbit/s ist dieser jedoch fern jeglichen audiophilen Anspruchs. Das Aussenden und Empfangen der lizenzgebührenpflichtigen Formate AAC und MP3 ist darüber hinaus optional. Was sich bei geschicktem Umgang mit der Technik aus dem SBC-Codec herausholen lässt, zeigt Bose mit dem SoundLink Mobile Speaker II.
 
Bereits dem Vorgängermodell konnten wir im Innen- und Außeneinsatz hervorragende Klangeigenschaften zusprechen. Alternativ dazu hat Bose mit dem SoundLink Air Digital Music System einen Mobillautsprecher auf Airplay-Basis im Programm. Apples Wiedergabeprotokoll erlaubt das Musikstreaming via iPod touch, iPhone und iPad ab iOS 4.3 sowie direkt aus iTunes (10.1) heraus. Für die Datenübertragung greift das System auf das WLAN-Netz zurück, wodurch der Einsatz im Freien nur bedingt möglich ist. Mit dem Apple-Lossless-Codec wird eine Audio übertragungsqualität in 16 Bit/44,1 Kilohertz (kHz) erreicht, das entspricht dem Niveau der Audio-CD. Moderne AV-Receiver wie Denons AVR-3313 unterstützen darüber hinaus die Möglichkeit, Bild- und Videomaterial via Airplay zu empfangen.
 
Für hochauflösendes Audiostreaming führt jedoch kein Weg am UPnP/DLNA-Protokoll vorbei. Der Standard überträgt je nach Hersteller verlustfreie Audiocodecs wie Apple Lossless, FLAC und WAV in einer Qualität bis zu 24 Bit und 192 kHz. Vorraussetzung dafür ist lediglich ein Server in Form eines Netzwerkspeichers oder Computers. Darüber hinaus sind im DLNA-Protokoll ebenfalls Bild- und Videostreaming verankert. Während UPnP/DLNA mit seiner HD-Qualität überzeugt, punktet Airplay vor allem durch seine einfache Einrichtung und Bedienung. Entsprechende UPnP-Empfangsgeräte findet man in fast allen modernen Fernsehern, Blu-ray-Playern und AV-Receivern. Fazit: Setzt man zuhause auf WLAN und unterwegs auf Bluetooth, erhält man das Höchstmaß an mobiler Qualität. Funkübertragungsmodule dienen als platzsparende Lösungen, können aber noch nicht für den audiophilen Musikgenuss herhalten.

Für fast jeden Einsatzzweck gibt es eine kabellose Alternative, um Ihr Heimkino zu entschlacken und aufzuräumen. Die Qualität der Funkübertragungen ist in vielen Bereichen schon sehr weit ausgebaut, andere werden mit kommenden Produktzyklen weiter nachlegen. Sollten Sie auf perfekte Qualität nicht verzichten wollen und sehen eine Kabelverbindung vielmehr als Klangbaustein denn als notwendiges Übel, kann ein Blick auf die versteckten Kabellösungen von Spectral und in-akustik sicher weiterhelfen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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