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4K-Geräte für den Heimgebrauch

 erstellt am 19.09.2012 von Dennis Schirrmacher, Christian Trozinski
Kaum hat der Full-HD-Standard Einzug in deutschen Wohnzimmern gehalten, zeichnet sich mit 4K schon das nächste Schärfewunder am Horizont ab. Wir zeigen Ihnen, was Sie im Kino, Heimkino und TVBereich erwarten können und wie Sie bereits jetzt von den unglaublich scharfen Bildern profitieren. Zudem stellen wir Ihnen die ersten 4K-Geräte für den Heimgebrauch vor.
 
 
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Toshibas 55ZL2G verfügt über ein 4K-Panel, aber nicht über passende HDMI-Eingänge.
Bild: Toshiba

Die HD-Auflösung mit 1 920 × 1 080 Bildpunkten war ein Segen, denn Bilder in Standardauflösung wirken auf den großen Bildschirmdiagonalen der Flachbildfernseher sehr verschwommen und unansehnlich. Gleichzeitig limitiert aber auch das Auflösungsvermögen unserer Augen die Wahrnehmung von Bildschärfe: Ab einer gewissen Entfernung ist eine gesteigerte Anzahl von Bildpunkten schlicht nicht mehr erkennbar und feine Details scheinen zu verschwimmen.
 
Der optimale Abstand zu einem 42-Zoll-Gerät mit Full-HD-Auflösung würde daher lediglich rund 1,5 Meter betragen - sitzen Sie weiter weg, verschenken Sie Auflösungspotenzial. Aufgrund der beschriebenen Problematik ist es nun natürlich fraglich, inwieweit die 4K-Auflösung im Wohnzimmer überhaupt sinnvoll ist. Gehen wir hingegen von einer Heimkinoprojektion mit einer Bildschirmdiagonale von 3 Metern aus, könnten Sie sich der Leinwand auf 2 Meter annähern, ohne dass Sie einen einzelnen Bildpunkt erkennen könnten.
 
Im Heimkino ist 4K also bei extrem großen Bildschirmdiagonalen und geringen Sitzabständen durchaus nützlich. Eine native Wiedergabe von 4K-Videosignalen ist derzeit allerdings nicht ohne Weiteres möglich, denn es fehlt schlicht an standardisierten Richtlinien. So erschwert etwa die HDMI-Schnittstelle die 4K-Wiedergabe und darüber hinaus sind nur eine Handvoll kompatibler Bildschirme, Projektoren und Abspiellösungen für das Heimkino verfügbar.

4K: Zwei Standards

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Der 4K-Mediaplayer fristet ein Schattendasein…
Bild: Auerbach Verlag

Im digitalen Kino trifft man Auflösungen mit bis zu 4 096 × 2 160 Pixeln an (Bildseitenverhältnis 1.89 : 1), während sich die Unterhaltungselektronikindustrie voraussichtlich auf 3 840 × 2 160 Pixel (Bildseitenverhältnis 1.78 : 1) einigen wird - statt 4K heißt es hier häufig "Quad Full-HD". Diese Diskrepanz sorgt bereits bei der Einführung von 4K für Verwirrung: Sonys Blu-ray-Player BDP-S790 skaliert Inhalte z. B. auf 3 840 × 2 160 Bildpunkte, während der 4K-Projektor des Herstellers namens VPL-VW1000ES seine Bilder wiederum mit der Kinoauflösung von 4 096 × 2 160 Pixeln ausgibt.
 
Somit schwankt nicht nur das Bildseitenverhältnis minimal, sondern auch die Anzahl der Bildpunkte: Die sogenannte Quad-Full-High-Definition-Auflösung (QFHD) bildet, wie der Name sagt, die vierfache Full-HD-Auflösung mit rund 8,3 Millionen Pixeln ab. Der echte 4K-Standard des Kinos kommt dagegen auf knapp 8,8 Millionen Bildpunkte.

4K im Wohnzimmer und Heimkino

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… denn die Videoanschlüsse sind nicht HDMI-konform
Bild: Auerbach Verlag

Aufseiten der Inhalte sieht die ultrahochauflösende 4K-Zukunft derzeit noch immer düster aus. So krankt es an Standards für die Videocodierung und es existiert kein Medium für die extrem hochauflösenden Inhalte. HDTV-Fans erleben hier ein Déjà-vu, denn bei der Einführung des damaligen hochauflösenden Standards mit bis zu 1 920 × 1 080 Bildpunkten war man mit einem ähnlichen Sachverhalt konfrontiert.
 
Bei der 4KEinführung kommt aber noch eine nicht zu vernachlässigende Komponente hinzu, denn bei den in deutschen Wohnzimmern üblichen Betrachtungsabständen von rund 2,5 Metern würde man das Mehr an Bildpunkten - wie bereits erwähnt - schlicht nicht wahrnehmen. Heimkinoenthusiasten sorgen sich um derlei Belange natürlich nicht und machen ihren Gerätepark bereits jetzt flott für 4K.
 
Zum einen können Sie über die spezielle Grafikkarte Atomix HDMI unkomprimiertes 4K-Material über ein HDMI-Kabel ausgeben, was natürlich für den privaten Gebrauch nur einer Notlösung gleichkommt, denn das System ist vielmehr auf eine professionelle Arbeitsumgebung ausgelegt.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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