Hintergrund • Kein Signal - Wenn nichts mehr geht

Störungen finden und beheben

 erstellt am 20.05.2010 von Thomas Riegler
Während unserer Störungssuche beim Sat-Empfang wollen wir uns mit möglichen Fehlerquellen im Haus befassen. Sie hängen mit der Installation der Anlage nicht unmittelbar zusammen, können aber beispielsweise nach der Neuanschaffung eines Gerätes auftreten.
 
 

Auch hier zeigt sich, dass potenzielle Fehlerquellen leicht ohne fremde Hilfe erkannt und beseitigt werden können.
 
Funktioniert der Sat-Empfang auf beinahe allen Stationen bestens? Haben Sie einige wenige Programme, auf denen extreme Klötzchenbildungen auftreten oder die meist gar nicht zu sehen sind? Handelt es sich bei den Kanälen unter anderem um Tele 5, Rheinmain TV, Sport 1 und mehrere Call-in-Sender? Sofern Sie noch analog fernsehen, sind N-TV und CNN betroffen?

Problem: Telefon

Alle Kanäle werden einwandfrei hereinbekommen. Nur bei einigen wenigen klappt der Empfang kaum …
Bild: Auerbach Verlag
… oder ist überhaupt nicht möglich. Was ist die Ursache des Problems? Nicht immer ist es der Receiver
Bild: Auerbach Verlag
Kommt es auf einigen wenigen Programmen zu massiven Empfangseinbußen, sind meist DECT-Telefone die Störquelle
Bild: Auerbach Verlag

In diesem Fall ist Ihr Empfang durch Schnurlostelefone, die unter anderem in Deutschland und Österreich nach dem DECT-Standard arbeiten, gestört. DECT-Telefone arbeiten im Frequenzbereich von 1880 bis 1900 Megahertz (MHz) und sind selbst dann aktiv, wenn mit ihnen gerade nicht telefoniert wird. Während der vermeintlichen Ruhepausen wird stets die Funkverbindung zwischen Basisstation und Mobilteil aufrechterhalten.
 
Stellt sich nun die Frage, was das mit Satellitenfernsehen zu tun hat. Dazu etwas Theorie: Unsere TV-Satelliten senden im Bereich von 10,7 bis 12,75 Gigahertz (GHz). Diese Frequenzen werden auch vom LNB empfangen. Da sich derart hohe Frequenzen jedoch nicht über längere Kabel leiten lassen, wandelt sie der LNB auf tiefere Frequenzen um, und zwar in den Bereich von 950 bis 2 150 MHz. Das Übersetzungsverhältnis wird durch die Zwischenfrequenz (ZF) bestimmt, die im unteren Ku-Band 9,75 GHz und im oberen Ku-Band 10,6 GHz beträgt.
 
Die Frequenz, mit der bestimmte Satellitenprogramme vom LNB zum Receiver übertragen werden, wird errechnet, indem von der originalen Sendefrequenz die ZF abgezogen wird. Die gestörten Sender Tele 5, Sport 1 usw. werden auf 12,480 GHz übertragen. Anhand der Rechnung 12,480 GHz – 10,600 GHz = 1,880 GHz erkennt man, dass diese Kanäle exakt im Frequenzband von DECT liegen. Gleiches gilt für CNN (11,627 GHz) und N-TV (11,641 GHz), von deren Sendefrequenzen 9,75 GHz abzuziehen sind, womit wir 1,877 und 1,891 GHz erhalten.
 
Am ehesten kommt es zu Störungen des Sat-Empfangs, wenn DECT-Telefon oder Feststation in unmittelbarer Nähe des Receivers aufgestellt sind. Hier hilft es schon, wenn Telefon und Sat-Receiver weiter voneinander entfernt aufgestellt werden. Grundsätzlich sollte man außerdem in Betracht ziehen, dass nicht unbedingt das eigene Schnurlostelefon stört, selbst das der Nachbarwohnung kann infrage kommen. DECT-Telefone strahlen ferner nicht nur in den Tuner des Sat-Receivers ein.
 
Verfügt das Antennenkabel nur über eine unzureichende Schirmung, kann auch dieses die Beeinträchtigungen einfangen. Das ist in der Regel bei minderwertigen oder bereits sehr alten Kabeln der Fall. Um DECT-Störungen vorzubeugen, sollte ein hochwertiges, mindestens doppelt geschirmtes Sat-Antennenkabel mit einem Schirmungsmaß von mindestens 90 Dezibel (dB) verwendet werden. Der gesamte Kabelweg vom LNB zum Receiver muss dabei von der gleichen hohen Güte sein und darf nicht gestückelt werden.
 
Weiterhin bieten viele moderne Schnurlostelefone einen "Öko-Modus", in dem sie selbsttätig die notwendige DECT-Leistung an die Umgebungsumstände anpassen und somit zur Reduzierung der Funkemissionen beitragen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Dienstag, 09.11.2010