Kinder spielen lieber mit Freunden als mit Handys

05.05.2011, 13:40 Uhr, rh

Wenn Mama und Papa voller Begeisterung die neuesten Funktionen ihres iPhones ausprobieren, werden selbst die Kleinsten neugierig. Besorgte Eltern können beruhigt sein: Fernsehen fasziniert laut einer aktuellen Untersuchung die Jüngeren ungleich mehr als das Smartphone.


Nach den am Donnerstag im Rahmen der zwölften Kinderwelten-Fachtagung des Kinder- und Familiensenders Super RTL und IP Deutschland in Köln veröffentlichten Studienergebnissen verbringen 79 Prozent der Kinder ihre Freizeit am liebsten mit Freunden. Mit 78 Prozent landet das Fernsehen als wichtigstes Medium der Zielgruppe auf dem zweiten Rang. Besonders beliebt waren dabei spezielle Kindersendungen, das 57,6 Prozent der Befragten am liebsten schauen. Super RTL war mit 24,2 Prozent der Nennungen klarer Senderfavorit der Heranwachsenden.


Der Anteil der internetaffinen Kinder blieb dagegen seit fünf Jahren stabil
und pendelte sich knapp unter 60 Prozent ein. Wenn sie sich im Internet
aufhalten, besuchen die 6- bis 12-Jährigen am liebsten das Videoportal Youtube, gefolgt vom RTL-Portal Toggo.de. Wirklich attraktiv werde  das Internet ab einem Alter von zwölf Jahren, hieß es. Dann tummelten sich
bereits 90 Prozent des Nachwuchses im virtuellen Raum. Bei den 8- bis  9-Jährigen sind es lediglich 37 Prozent.
 
Eine parallel vorgelegte tiefenpsychologische Studie lieferte Erkenntnisse zur Funktion des Kinderfernsehens in der modernen Gesellschaft. Viele Eltern würden versuchen, ihre Kinder durch intensive und zeitaufwändige Förderung auf die gestiegenen Anforderungen der Leistungsgesellschaft vorzubereiten. Dadurch würde es dem kindlichen Alltag an Rückzugsmöglichkeiten mangeln, Kinder dürften immer seltener "einfach nur Kind sein". Das Fernsehen biete ihnen einen Raum, der frei von erwachsenen Ansprüchen und Forderungen sei.
 
Über das Kinderprogramm würden sich die jungen Zuschauer eine Art kindlicher Eigenwelt schaffen, die ihnen den Ausbruch aus der strukturierten Alltags- und Erwachsenenwelt ermögliche, resümierte der Privatsender.

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