Kino: Filme, die man 2016 nicht verpassen sollten

11.02.2016, 20:04 Uhr, kw

In Zeiten von Streaming-Diensten, VoD-Plattformen und zahlreichen Fernsehsendern hat das Kino nicht ausgedient. Auch dieses Jahr kommen Filme auf die große Leinwand, die man nicht verpassen sollte.


Diese Filme sollten Filmfans im Jahr 2016 nicht verpassen
Streaming-Portale, Video-on-Deman - noch nie war die Auswahl an Filmen für den heimischen Fernsehabend so groß und so bunt gefächert. Wenige Klicks genügen, um sich topaktuelle Publikumslieblinge auf den eigenen Bildschirm zu holen. Da könnte man meinen, dass sich immer weniger Menschen dazu aufraffen, die gemütliche Couch zu verlassen und ein Kino zu besuchen.


Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: So war 2015 ein außerordentlich gutes Jahr für die Filmbranche. In Amerika wurde sogar so viel Geld eingespielt wie noch in keinem Jahr zuvor. Dass 2015 eine ganze Reihe an sehnlichst erwarteten Fortsetzungen ins Kino kam – darunter mit "Star Wars 7" das Kinoereignis des Jahres – spielte für diese Entwicklung eine große Rolle.

Auch das laufende Jahr wird sowohl für Cineasten als auch für gelegentliche Kinogänger eine Menge zu bieten haben – vom Blockbuster bis hin zum Arthouse-Kino. Besonders freuen darf man sich auf die folgenden Kino-Highlights.

"The Revenant" – Western-Thriller mit Leonardo di Caprio


Das Western-Genre ist ein Stehaufmännchen, das in regelmäßigen Abständen neue Publikumslieblinge hervorbringt – man denke nur an "Erbarmungslos" oder Quentin Tarantinos neues Werk "The Hateful 8". Das gilt auch für "The Revenant". Dieser erwies sich im jungen Jahr 2016 als Kassenschlager, der sich zwischenzeitlich an die Spitze der Kino-Charts setzte und damit die neue "Star Wars"-Episode entthronte. Dabei hat die Geschichte von dem Trapper, der von seinen Begleitern schwer verletzt in der Wildnis zurückgelassen wird, im ersten Moment nicht unbedingt das Zeug zum Mainstream-Hit.
 
Allerdings glänzt die Verfilmung mit einem hochkarätigen Schauspieler-Ensemble inklusive Leonardo di Caprio als Protagonist Hugh Glass und Tom Hardy als einer seiner kaltblütigen Begleiter. Auch Regisseur Alejandro González Iñárritu (u.a. "Amores Perros", "Babel" und "Birdman") ist alles andere als ein Unbekannter. Diese Mischung zusammen mit einer beeindruckenden Kameraarbeit macht "The Revenant" zweifellos schon jetzt zu einem der großen Kinoereignisse des Jahres 2016.

Empfehlenswert für Fans von:

  • modernen Western
  • beeindruckenden Landschaftsaufnahmen
  • spannenden Survival-Filmen
  • Filmen an der Schnittstelle zwischen Hollywood und Arthouse

"Hail Caesar" – Neues von den Coen-Brüdern


Die Coen-Brüder gelten vielen Kinofans als absolute Ausnahmetalente unter den Regisseuren. Auch innerhalb der Schauspielerzunft genießen sie einen exzellenten Ruf. So wundert es nicht, dass ihr neues Werk "Hail Caesar" nicht gerade mit großen Namen geizt - George Clooney, Josh Brolin, Tilda Swinton und Scarlett Johansson. Das steigert schon einmal die Vorfreude.
 
Der Plot klingt etwas ungewöhnlich, aber auch das ist nicht weiter verwunderlich bei den Coen-Brüdern. Schließlich sind diese für eigenwillige Drehbücher bekannt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Verschwinden von Schauspieler Baird Whitlock alias Clooney, der im Hollywood Anfang der 50er Jahre den Cäsar in einer Monumental-Verfilmung spielt. Hollywood-Ermittler Eddie Mannix soll die Sache so schnell wie möglich ins Lot bringen, bevor sie an die Öffentlichkeit kommt – und muss mit unerwarteten Problemen kämpfen.
 
Die ersten Pressekritiken zu "Hail Caesar" fielen positiv, aber nicht überragend aus, auch deshalb weil der Film als Angriff auf die Lachmuskeln nur bedingt funktioniert. Fans der Coen-Brüder werden sich den Streifen dennoch kaum entgehen lassen und auch alle anderen begeisterten Kinogänger können beruhigt einen Versuch wagen. Schließlich kann ein Film bei diesem Personal und diesen Regisseuren kaum komplett schiefgehen.

Empfehlenswert für Fans von:

  • Skurrilen Komödien
  • Charme der Fifties
  • Anspielungen und zitatreichen Filmen

"The Big Short" – Brillante Finanzsatire


Auch "The Big Short" geizt nicht mit großen Namen. Mit Brad Bitt, Christian Bale und Ryan Gosling versammelt der Film gleich drei männliche Sexsymbole vor der Kamera. Und auch sonst macht Regisseur Adam McKay alles richtig, darin sind sich die Kritiker weitgehend einig. Und das obwohl die Finanzsatire von Hedgefonds-Managern, die die Weltwirtschaftskrise nutzen möchten, um zu Reichtum zu kommen, für den Laien ohne entsprechendes Studium nicht immer verständlich ist.
 
Doch die Mischung aus Satire und Thriller ist durchgehend spannend – Verständnis hin oder her - und begeistert vor allem mit beeindruckenden Schauspielleistungen. Dazu kommt, dass die Geschichte keineswegs an den Haaren herbeigezogen ist, sondern auf wahren Begebenheiten basiert. Dass Letztere für viele "einfachen Leute" den Ruin bedeuteten, lässt der Film nicht außer Acht.

Damit ist "The Big Shot" empfehlenswert für Fans von:

  • Intelligenten Komödien
  • Starken Schauspielleistungen
  • Gelungenen Mixturen aus Drama, Thriller und Satire
  • Filmen mit sozialem Anspruch

Übrigens: Laut Casinospiele.info dreht Brad Pitt zusammen mit Leonardo DiCaprio und auch Robert De Niro unter der Regie von Martin Scorsese mit "The Audition" einen Werbespot für ein Casino in Macao. Die Produktionskosten sollen bei dem Aufgebot an Stars bei ca. 1,5 Milliarden Dollar liegen.

"Spotlight" – Oscar-Kandidat über Kindesmissbrauch


Als ein Film über Kindesmissbrauch durch Priester, der auf biografischen Begebenheiten beruht, widmet sich "Spotlight" einem schwierigen und durchaus aktuellen Thema. Im Mittelpunkt steht das sogenannte "Spotlight Team" des Bosten Globe, das mit seinen Ermittlungen zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche Anfang des neuen Jahrtausends eine weltweite Lawine lostrat.
 
Gespielt von einem hochkarätigen Schauspielerensemble mit Namen wie Michael Keaton, Rachel McAdams und Mark Ruffalo ist dieses Journalistenteam der Mittelpunkt eines Thrillerdramas mit dokumentarischen Zügen über das Verschweigen, die Rolle der Kirche und journalistische Arbeit an sich. Keine leichte Kost, aber sehenswert. Exzellente Kritiken wie diejenige auf filmstarts.de legen nahe, dass Spotlight ein Highlight des Jahres 2016 in den Kinos sein wird.

Empfehlenswert für Fans von:

  • Spannenden und nachdenklichen Filmen
  • Intelligenten Dramen
  • Biografischen Geschichten

Fazit


Ob 2016 so erfolgreich für die Kinobranche sein wird wie das Vorgängerjahr, bleibt abzuwarten. Die Voraussetzungen dafür sind in jedem Fall gegeben – zumindest wenn man von der Qualität der Filme ausgeht. Mit Highlights wie "The Revenant" oder "Spotlight" ist für jeden Fan gelungener Kinofilme etwas dabei. Dazu kommen natürlich noch eine große Palette an typischen Vertretern des sogenannten Popcorn-Kinos und eine ganze Reihe an Arthouse-Produktionen für ein Nischenpublikum.

Es lohnt sich also nach wie vor, ins Kino zu gehen – allein deshalb weil die Größe der Leinwand einen Unterschied macht.

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