Workshop • Kino im Wohnzimmer

Draper Frame Visions Light im Test

 erstellt am 26.10.2015
 
 

Waren die bisherigen Leinwandtücher überaus elastisch, so geht Screen Innovation einen anderen Weg: Die Black Diamond getaufte Leinwand gleicht eher einer stabilen Folie, die sich nur begrenzt aufrollen lässt. Unserer Anfrage folgend stellte uns SI zunächst eine Leinwand ohne sichtbaren Bildrahmen zur Abholung bereit, doch der Import aus den USA scheiterte: Je nach Rahmenkonstruktion verschickt SI die Leinwände im XXL-Format, was die Transportkosten in den vierstelligen Preisbereich schnellen lässt.
 
Wer sich für eine nahezu rahmenlose Leinwand von SI entscheidet, sollte somit ausreichend "Kleingeld" investieren können. Um preislich vergleichbar zu sein, entschieden wir uns für einen Standardrahmen, der mit zehn Zentimetern leider alles andere als unscheinbar ist - dafür konnte die Leinwand in Standardmaßen (siehe Tabelle) zum fairen Importpreis verschickt werden.
 
In Sachen Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln: Materialqualität und Optik wissen zu überzeugen, beachten Sie allerdings, dass die Gummis für das Spannsystem exakt abgezählt sind - hier hätte SI etwas spendabler sein können. Die vergleichsweise starre Projektionsfolie ist aus mehreren Schichten aufgebaut und erzielte im Test den besten Kontrast: Die Bildbrillanz ist ebenso wie die Schwarzdarstellung sehr gut, was die Bildwiedergabe bei Tageslicht tatsächlich möglich macht.
 
Zwar bescheinigen die Messwerte kaum ein Kontrastplus im Schwarz im Vergleich zu Drapers React-3.0-Tuch, doch durch eine verminderte Aufhellung unter Restlichtbedingungen kann die Black-Diamond-Oberfläche in der Praxis Boden gutmachen.
 
Besonders die Farbdarstellung profitiert vom Kontrastboost und Videospiele und Animationsfilme zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Dass SI nicht zaubern kann, erkennt man erst, wenn man die Aufstellung oder die Sitzplatzwahl unüberlegt wählt: Beim Blickwinkel duldet die Black Diamond keinerlei Toleranz, hier sollte vor der Installation alles perfekt geplant werden.
 
Gleichfalls gilt es, den Sitzplatz nicht zu nah an die Leinwand heranzurücken (wir empfehlen mindestens die zweifache Bildbreite), denn die Spezialbeschichtung macht durch Glitzereffekte und leichte Musterstruktur auf sich aufmerksam. Die kühlere Farbgebung ist zudem auffällig, weshalb der Projektor neu kalibriert werden sollte.
 
Im direkten Vergleich kann sich SI dennoch durchsetzen: Keine andere Leinwand meisterte die Bilddarstellung bei Tageslicht derart kontrastreich, weshalb wir unsere Highlight-Auszeichnung zücken.

Draper Frame Vision Light

Federleicht und einfach zu montieren, doch die Verarbeitung enttäuscht: Insbesondere die Plastiksteckelemente samt Schienen für die Leinwandspannung erwecken keinen hochwertigen Eindruck, dafür war die Draper-Leinwand die preislich attraktivste im Test
Bild: © Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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