Klassik Radio zieht sich aus analogem Radio zurück

01.09.2015, 09:50 Uhr, buhl

Die Diskussion über die endgültige Abschaltung des analogen Radios ist immer noch in Gange. Ein klares Bekenntnis pro Digitalradio gibt nun Klassik Radio ab, das viele seiner UKW-Frequenzen abgibt und vermehrt auf DAB Plus setzt.


In Sachen Digitalisierung ist Deutschland ziemlich langsam. Sowohl beim Kabelfernsehen als auch im Radio will man sich nicht so richtig von den alten analogen Übertragungsmöglichkeiten trennen. Beim Radio sollte die endgültige Abschaltung der UKW-Frequenzen zunächst spätestens 2018 abgeschlossen sein, doch Mitte Juli wurde selbst dieser Termin weiter in die Ferne geschoben. Das Klassik Radio dagegen bekennt sich deutlich zur Digitalisierung und wird zum 1. September viele UKW-Frequenzen abgeben.


Wie der Sender am Montag bekannt gab, soll die Webseite zu einem der leistungsfähigsten Musikportale ausgebaut werden und das bisherige, 16 Digitalsender umfassende Portfolio erweitert werden. "Für eine so starke und etablierte Musikmarke wie Klassik Radio, bietet die Digitalisierung eine herausragende Unternehmens-Chance", setzt Ulrich Kubak, Vorstand der Klassik Radio AG, auf die Entwicklung von webbasierten Streaming-Diensten und die bundesweite Ausstrahlung über den digitalen Radiostandard DAB Plus.
 
Aus diesem Grund werden in Hessen fünf von zehn und in Mecklenburg-Vorpommern alle vier UKW-Frequenzen abgetreten. In Hessen betrifft das die Standorte Bad Hersfeld, Bingen, Butzbach, Fulda und Limburg, die zu den schwächeren Frequenzen gehören. Die reichweitenstarken Standorte bleiben dagegen erhalten. Wie die freigewordenen Plätze belegt werden, will die Versammlung der Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) Hessen noch im Herbst entscheiden.
 
In Mecklenburg-Vorpommern müssen die Hörer in Schwerin, Wismar und Stralsund künftig im analogen Radio auf klassische Musik verzichten, der geplante Sendebetrieb in Rostock wird dagegen gar nicht erst aufgenommen. Durch den Verzicht auf die Frequenzen will Klassik Radio auch Kosten einsparen, um die Digitaliserungsoffensive finanzieren zu können.

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