"Klimazone"-Podcast verschwindet – auf Druck von RWE?

23.09.2019, 09:45 Uhr, msr

WDR und SWR planten in Kooperation eine kritische Podcast-Reihe zum Thema Klimawandel. Doch mit dem langfristig angelegten Format war bereits nach der ersten Folge Schluss. Steckt Kritik vonseiten hochrangiger RWE-Mitarbeiter dahinter?


In Zeiten von Bewegungen wie "Fridays for Future" ist es ein Zeichen von Veränderung, wenn sich zwei erfahrene Klima-Experten zusammentun, um einen wöchentlichen Podcast zum Thema Klimawandel zu produzieren. Hauptsächlich durch das Radio bekannt, berichtet Werner Eckert vom SWR seit Jahrzehnten von Umwelt- und Klimakonferenzen, sein WDR-Kollege Jürgen Döschner ist seit 2011 offizieller "Energieexperte" des ARD-Hörfunks.


Beide seien sehr ambitioniert in das Projekt gestartet, doch bereits nach der ersten Folge verschwand der Podcast im Juni unangekündigt und unbemerkt wieder aus der gut besuchten ARD-Audiothek. Auf Nachfragen der TAZ begründete der WDR das Verschwinden des Podcasts damit, dass der SWR die Leitung des Podcasts innehabe und eine dauerhafte Kooperation dahingehend nie vorgesehen war – wohl kaum eine Antwort auf die Frage der Journalisten. Bei der TAZ geht man nun nicht so weit zu behaupten, dass die Podcast-Reihe eingestampft wurde, weil Döschner von einigen leitenden Persönlichkeiten des Energie-Riesen RWE harsche Kritik erhielt – nennt aber das Verschwinden des Projekts und die Kritik seitens des Energiekonzerns offensichtlich im selben Kontext. Nicht zum ersten Mal hatte der Sender Ärger wegen des WDR-Klima-Experten Döschner, der oftmals als zu kritisch angesehen werde. Nun ist Döschner selbst wohl ebenfalls aus seinem ursprünglichen Aufgabenfeld verschwunden – laut WDR aufgrund einer Neuordnung der Programmdirektion.
 
Alternativ zum ursprünglichen Format strahlt SWR einen ähnlichen Podcast mit dem Titel "Klimazentrale" aus, in dem Werner Eckert wöchentlich über alle Themen rund um das Klima mit seinen SWR-Kollegen spricht. 

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