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  • Hintergrund • LED-LCD oder Plasma

  • Vor- und Nachteile beider Technologien

 erstellt am 22.10.2010 von Christian Trozinski

Während LED-LCDs aufgrund ihrer Energieeffizienz immer beliebter werden, scheint die Plasmatechnologie den Anschluss verloren zu haben. Lassen Sie sich von Falschaussagen des meist ungeschulten Verkaufspersonals jedoch nicht täuschen, denn beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile.

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LCD-Fernseher nutzen aktive Flüssigkristalle als Lichtschranken und passive Farbfilter. Licht wird durch eine Hintergrundbeleuchtung erzeugt, bei LED-LCDs gewährleisten Leuchtdioden die geforderte Intensität
Bild: Panasonic
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Sämtliche der zwei Millionen RGB-Plasmakammern erzeugen die geforderte Farbe und Helligkeit autark - die Zündung der Kammern erfolgt in kurzen Intervallen. Bei kontinuierlicher Anregung fällt die Helligkeit höher aus
Bild: Panasonic

Bildschärfe


Prinzipiell bietet die Plasmatechnologie Vorteile bei der Bewegtbildschärfe, allerdings sind an kontraststarken Linien meist farbige Nachzieher zu beobachten, einzig beim Premiumplasma VT20 konnte Panasonic dieses Darstellungsproblem lösen.
 
LED-LCDs sind auf eine Zwischenbildberechnung angewiesen, die Bildverarbeitung bestimmt somit maßgeblich die spätere Schärfedarstellung. In unserem ersten Vergleich sehen Sie einen LCD- und Plasma-TV – beide Fernseher arbeiten ohne Zwischenbildberechnung.
 
Das untere Bild steht stellvertretend für Sonys HX905 mit aktiviertem Motionflow und Panasonics VT20 – besser geht es kaum noch.
LCD- und Plasma-Display im Vergleich
Bild: Auerbach Verlag
LED-LCD-Display
Bild: Auerbach Verlag

Bildhelligkeit


In unseren Vergleichsbildern sehen Sie links einen Plasma-TV und rechts einen LED-LCD mit Local Dimming – beide Fernseher arbeiten im kalibrierten Modus mit maximaler Bildhelligkeit.
 
Beinhaltet eine Bildszene vollfächig helle Sequenzen, reduziert der Plasmafernseher die Helligkeit vollautomatisch um bis zu 70 Prozent. LED-LCDs stellen solche Sequenzen gleichbleibend brillant dar, allerdings verhält es sich mit kombinierten Hell-Dunkel-Bildern genau umgekehrt.
 
LED-LCDs reduzieren die Bildhelligkeit, um Schwarzflächen nicht aufgehellt erscheinen zu lassen; die im Vergleich zum Plasma-TV grobe Hintergrundbeleuchtung vermindert dabei die Brillanz.
Bildhelligkeit beim Plasma-Display (links) und LED-LCD-Display (rechts) im Vergleich
Bild: Auerbach Verlag
Ein LED-LCD- (rechts) reduziert im Vergleich zu einem Plasma-Fernseher (links) bei Bedarf die Bildhelligkeit
Bild: Auerbach Verlag

Bildkontrast


Im ersten Bild sehen Sie einen Plasma-TV (links) und einen LED-LCD (rechts) unter sehr hellem Umgebungslicht. Der Kontrastfilter des Plasmas kann das einfallende Licht nicht komplett kompensieren – dunkle Bildbereiche wirken aufgehellt.
 
Je geringer die Intensität, desto besser fällt der Bildkontrast eines Plasma-TVs aus.
 
Im unteren Bild sichtbar: Der LED-LCD mit Local Dimming schlägt sich zwar wacker, um helle Bildpunkte bildet sich aufgrund der geringen LED-Anzahl jedoch eine Aura – mit Edge-LED-Beleuchtung würde der Hintergrund milchig oder das Feuerwerk matt erscheinen.
 
Somit ist lediglich der theoretische Dynamikspielraum eines LED-LCDs höher.
LED-LCD (rechts) und Plasma (links) bei sehr hellem Umgebungslicht
Bild: Auerbach Verlag
LED-LCD (rechts) und Plasma (links) bei sehr geringem Umgebungslicht
Bild: Auerbach Verlag

Blickwinkel


Der große Vorteil der Plasmatechnologie besteht in der Blickwinkelunabhängigkeit. LCD-Fernseher zeigen hierbei meist große Schwächen, auch wenn die Hersteller mit Blickwinkeln von bis zu 180 Grad werben – die Aussagen betreffen lediglich die Sichtbarkeit eines Bildes, nicht aber dessen Qualität.
 
In unserem Bild sehen Sie einen Plasma-TV (links) im direkten Vergleich mit einem LED-LCD (rechts). Dunkle Bildanteile bleichen auf dem LED-LCD bei leicht seitlicher Betrachtung komplett aus (unterer Bildvergleich), Farb- und Kontrasteindruck verschlechtern sich. LCDs mit IPS-Panels bieten zumindest in der Horizontalen einen gleichbleibenden Bildeindruck.
LED-LCD (rechts) und Plasma (links) bei frontaler Ansicht
Bild: Auerbach Verlag
LED-LCD (rechts) und Plasma (links) bei seitlicher Ansicht
Bild: Auerbach Verlag

Energieverbrauch


LED-LCDs erzeugen mittels Hunderter Leuchtdioden die gewünschte Helligkeit, Plasmafernseher müssen dagegen bis zu sechs Millionen Zellen aktivieren, was sich natürlich im Energieverbrauch niederschlägt. Weiße Bildpunkte stehen stellvertretend für hohen und schwarze Bildpunkte für niedrigen Energieverbrauch.
 
Unser Praxisvergleich unter maximaler Bildhelligkeit zeigt: Während der Edge-LED-LCD auch leuchtstarke Szenen mit sparsamen 140 Watt (W) meistert, verbraucht der Plasmafernseher satte 340 W. Fordert der Bildinhalt weniger Helligkeit, reduziert sich die Leistungsaufnahme des Plasmas auf 220 W – die Schwankung des Edge-LED-LCDs beträgt nur 20 W.
Plasma-Fernseher verbrauchen bei leuchtstarken Szenen sehr viel mehr Strom als LED-LCDs
Bild: Auerbach Verlag
Bei weniger leuchtstarken Szenen verringert sich der Strombedarf der Plasma-Fernseher deutlich
Bild: Auerbach Verlag

Wärmeentwicklung


Ein hoher Energieverbrauch geht meist Hand in Hand mit einem hohen Temperaturanstieg. Die Wärmeentwicklung des Plasma-TVs ist mit 55 Grad Celsius spürbar höher als bei LED-LCDs (Beispielmodell: 37 Grad Celsius).
 
Ebenfalls im Wärmebild erkennbar: Plasmazellen, die eine hohe Helligkeit erzeugen, geben mehr Wärme ab als dunklere Bildpunkte, weshalb im Wärmebild fast die gesamte Bildkomposition erkennbar bleibt.
 
Um einen Wärmestau abzuwenden, finden sich auf der Rückseite der meisten Plasmafernseher mehrere Lüfter, die im Normalfall kaum hörbar ihren Dienst verrichten. Dennoch: Im beengten Umfeld bieten LED-LCDs unbestritten Vorteile.
Die Wärmeentwicklung ist beim Plasma-Fernseher sehr viel höher als beim LED-LCD
Bild: Auerbach Verlag
Ein Wärmestau wird bei Plasma-Geräten durch Lüfter an den Geräterückseiten abgewendet
Bild: Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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