Linke will DAB-Plus-Förderung in Niedersachsen fortführen

12.07.2019, 12:06 Uhr, jrk/fp

Die Die Linke in Niedersachsen kritisiert die jüngste Entscheidung im Landtag, wonach die Förderung der Verbreitung von DAB Plus durch den Rundfunkbeitrag beendet werden soll.


Im Juni hat der niedersächsische Landtag dem Antrag der FDP-Fraktion "Für eine regionale Radiozukunft" zugestimmt. Darin hat sich der Landtag gegen ein UKW-Abschaltdatum ausgesprochen und möchte die Förderung der Verbreitung von DAB Plus durch den Rundfunkbeitrag beenden. An Stelle dessen soll das schnelle Internet in der Fläche ausgebaut werden, so dass auch die Nutzung von Radio via Internet rasch flächendeckend möglich ist. Insbesondere sollen die für die Radioverbreitung über 5G notwendigen Frequenzspektren dem Rundfunk zur Verfügung gestellt werden.


Die Linke in Niedersachsen sieht darin einen herben Rückschritt, da 5G bisher nicht über Testinstallationen hinaus der Öffentlichkeit zugänglich ist und im Vergleich zu DAB Plus ein reiner Kurzstreckenfunk ist, wie die Landesvorsitzende Heidi Reichinnek, am Freitag mitteilte. Nach Ansicht der Linken wird 5G deshalb nur in den Ballungsgebieten aufgebaut werden und kann auch nur dort wirtschaftlich betrieben werden. Die Landesregierung in Niedersachsen sieht in der DAB-Plus-Technik nur eine Übergangstechnologie, da sich in Zukunft das Internetradio durchsetzen wird.
 
Mit dem Streamen von Rundfunkprogrammen würde das jetzt schon ausgelastete Netz in bestimmten Regionen weiter strapaziert werden und das Streamen dann sicher nicht mehr bzw. nicht mehr ruckelfrei möglich. Die Linke stellt in ihrer Mitteilung entgegen, dass DAB Plus eine barrierearme, terrestrische Übertragungsart sei, für dessen Empfang lediglich ein entsprechendes Empfangsgerät erforderlich ist. Dabei fallen die Kosten für ein solches Gerät einmalig an.
 
Das niedersächsische Landesparlament als erstes und einziges gegen DAB Plus ausgesprochen, obwohl die Verbreitung im europäischen Ausland zunimmt und es ab 2021 eine Digitalradio-Pflicht für Neuwagen gibt.

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