Lokal-TV-Kongress: Lokaljournalismus ein unverzichtbarer Faktor

22.09.2016, 12:01 Uhr, buhl

Seit Mittwoch steht das lokale Fernsehen in Potsdam im Mittelpunkt ausführlicher Debatten. Bereits am ersten Tag standen dabei Fragen nach Finanzierung und strukturellen Maßnahmen im Lokaljournalismus im Mittelpunkt.


Lokales Fernsehen fristet in der Wahrnehmung der Zuschauer in Deutschland ein Schattendasein und wird auch medienpolitisch nur wenig beachtet, zumindest in den Augen der Lokal-TV-Macher. Auf dem Lokal-TV-Kongress 2016 in Potsdam wird daher seit Mittwoch intensiv über die Zukunft und die Weiterentwicklung lokaler Inhalte debattiert.


Dabei ist in den Augen von Thomas Kralinski, Chef der Staatskanzlei des gastgebenden Landes Brandenburg, vor allem die journalistsche Qualität eine "wichtige Voraussetzung für die Schaffung und Wahrung lokaler Identität". Um den Dialog zu fördern, bedürfe es jedoch einer gewissen Form von Grundversorgung, wie Kralinski in seiner Begrüßungsansprache festhielt.
 
In einer Talkrunde wurde zudem das Geschäftsmodell des Lokalfernsehens durch Jochen Fasco, den Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), in Frage gestellt und gleichzeitig die Politik zu einer Entscheidung aufgefordert. Schließlich könne auch das Lokal-TV politische Botschaften vermitteln. Was auch die Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb), Dr. Anja Zimmer, so sieht: "Wir sind uns einig, dass Lokaljournalismus ein unverzichtbarer Faktor für die Demokratie ist."
 
Dafür sei aber auch die Bereitschaft des lokalen Fernsehens zur Weiterentwicklung durch beispielsweise Einbeziehung der sozialen Medien und der Entwicklung einer crossmedialen Plattform für lokale Inhalte nötig, so Zimmer.
 
Für die dafür nötigen finanziellen Mittel ist in den Augen der Macher dagegen Kreativität gefragt. Das aus dem Radiobereich bekannte Gattungsmarketing oder lokale Veranstaltungen, die auf die Marke der Sender einzahlen, wurden von Zimmer als Möglichkeit angedacht, für eine von vielen Seiten gewünschte öffentlich-rechtliche Förderung sieht TLM-Direktor Fasco dagegen keine rechtliche Grundlage.
 
Für den Donnerstag sind auf dem Kongress weitere Thesen zur Bearbeitung und Diskussion von Anja Zimmer vorgestellt worden. So soll ein reger Austausch zu den Themen "Demokratie braucht Lokaljournalismus", "Lokal-TV muss glaubwürdig sein", "Lokal-TV muss relevant und gut recherchiert sein", "Lokal-TV kann Impulse geben", "Lokal-TV braucht ein klares Profil", "Lokal-TV-Redaktion wird Community-Management", "Lokal-TV braucht qualifizierte Journalistinnen und Journalisten", "Qualifikation ist ein ständiger Prozess, der Zeit braucht", "Digitalisierung ist eine Chance" sowie "Lokal-TV braucht neue Finanzierungsquellen" angeregt werden.

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