Marketing und Wahrheit: KDG bietet 200 MBit/s an

27.01.2014, 10:00 Uhr, mh

Die "Bis zu"-Angabe bei Internetzugängen erlöst die Anbieter davon, die vermarktete Bandbreite tatsächlich zur Verfügung stellen zu müssen - zum Ärger der Kunden. Besonders krass ist der Unterschied zwischen Vermarktung und Wahrheit bei Kabel Deutschland (KDG).


Unlängst startete der zu Vodafone gehörende Kabelnetzbetreiber in Mainz die ersten Internetanschlüsse mit einer Bandbreite von 200 MBit/s. Nachdem die Deutsche Telekom angekündigt hat, in ihren DSL-Netzen über die Vectoring-Technologie ebenso wie die Kabelnetzbetreiber 100 MBit/s anbieten zu können, hat das Kabel mit dem KDG-Projekt in Mainz wieder die Nase vorn - zumindest auf dem Papier.


Denn Kabel Deutschland kann seinen Kunden nur 600 kBit/s zur Verfügung stellen, wie KDG-Vorstandsvorsitzender Adrian von Hammerstein auf der Jahreshauptversammlung des Netzbetreibers aus Unterföhring eingestehen musste. Allerdings müssten dann alle Internetkunden der KDG gleichzeitig online sein. Das ist zwar unrealistisch, aber die Überbuchung der zur Verfügung gestellten Netzkapazitäten ist offensichtlich. Wie man daher ruhigen Gewissens 200 MBit/s vermarkten könne, wollte Kabel Deutschland nicht erklären.


Die Diskrepanz zwischen Marketingversprechen und Realität ist aber nicht allein ein Problem der KDG. Die Bundesnetzagentur kam im letzten Jahr zu dem Ergebnis, dass nur etwas mehr als ein Drittel der Kabelinternetkunden, die eine Bandbreite zwischen 50 und 100 MBit/s gebucht haben, diese Bandbreite auch tatsächlich bekommen. Die übrigen zwei Drittel surfen mit weniger im Internet.


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