Mediaset vs. ProSiebenSat.1: Berlosconi hat Hunger auf mehr

05.08.2019, 08:55 Uhr, tk

Der Medienkonzern des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi will mehr von ProSiebenSat.1, doch die Unterföhringer wehren sich.


Mediaset baut zurzeit in in den Niederlanden eine neue Dachgesellschaft mit Namen Media For Europe (MFE) auf. Wenn es nach dem Medienkozern des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geht, soll darunter auch ProSiebenSat.1 schlüpfen. Dazu hatte Mediaset-Chef Pier Silvio Berlusconi, der Sohn von Silvio Berlusconi, in der letzten Woche, weiter Druck auf die Unterföhringer ausgeübt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.


ProSiebenSat.1 reagiert auf diesen “Druck” aus Italien verhalten. Eine Sprecherin des Konzerns führt, aus, dass man sich auf die aktuelle, eher punktuelle Zusammenarbeit konzentrieren wollen. Dazu gehört vor allem das Online-Videoportal Joyn. Der neue Vorstandschef von ProSiebenSat.1, Conze, hat zudem immer betont, dass man unabhängig bleiben wolle.
 
Aktuell hält Mediaset 9,6 Prozent der Anteile an ProSiebenSat.1. Nun wird spekuliert, dass die Italiener ihren Anteil auf 25 Prozent erhöhen werden, indem sie einen weiteren Investor ins Boot holen. Damit hätten sie eine Sperrminorität. Außerdem wird befürchtet, dass wenn Mediaset seine Anteile erhöht, es auf einer Zerschlagung des Unternehmens besteht. Das würde wahrscheinlich auf eine Abtrennung der Internetaktivitäten (Parship, Verivox) hinauslaufen.
 
Zwar ist Mediaset ertragsschwächer als ProSiebenSat.1 und macht weniger Umsatz, aber die Deutschen haben ein großes Problem: ihre Aktie ist auf Talfahrt und damit ein echtes Schnäppchen. War sie 2015 noch mehr als 50 Euro wert, liegt sie jetzt bei 12 Euro und tendiert gerade Richtung 10 Euro. Das konnte auch der neue Vorstandschef Conze nicht ändern, weshalb unter anderem die Unzufriedenheit mit seinem Führungsstil wächst.

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