Medienexperte fordert Verschlüsselung von ARD und ZDF

20.12.2013, 09:34 Uhr, ps

Der Medienjournalist Hans-Peter Siebenhaar gilt seit Monaten als einer der größten Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Auch die Mehreinnahmen durch den neuen Rundfunkbeitrag und die mögliche Gebührensenkung können ihn nicht beschwichtigen. Er fordert eine Verschlüsselung von ARD und ZDF.


Erstmals in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland könnten sich die Gebühren für die einzelnen Haushalte senken. Dies hatte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) am Mittwoch vorgeschlagen (DF berichtete). Um 73 Cent pro Monat könnten die Gebühren demnach ab 2015 reduziert werden.


Für den Medienjournalisten Hans-Peter Siebenhaar, der zu den größten Kritikern von ARD und ZDF gehört, ist dies offenbar nicht ausreichend. In einem Interview mit dem "Focus" bezeichnete er den Vorschlag der KEF am Donnerstag als eine "schallende Ohrfeige für die Anstalten". Diese hätten laut Siebenhaar zum Anfang des Jahres versprochen, dass die Umstellung auf den neuen Rundfunkbeitrag rein technischer Natur sei und niemand dafür mehr zahlen müsse. "Jetzt sehen wir dank der KEF-Berechnungen, dass der Protest von Bürgern und Unternehmen vollkommen berechtigt war. Das dürfte der Überheblichkeit der Sender einen Dämpfer verpassen", so der Kritiker.
 
Dass sich dabei mit der Umstellung für die allermeisten Haushalte überhaupt nichts geändert hat, weil diese nach wie vor 17,98 Euro im Monat zahlen und die Mehreinnahmen zum Teil auch durch das zur Kasse bitten ehemaliger Schwarzseher zustande kommen dürften, lässt Siebenhaar bei seiner Argumentation aber unverständlicherweise außer Acht.
 
Das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem erachtet der Medienjournalist weiterhin als ungerecht. Für ein gerechtes System schlägt er vor, dass Bürger und Unternehmer in Zukunft nur noch dann für die Angebote zahlen sollten, wenn sie diese auch zu nutzen gedenken. Zu diesem Zweck könnten die Sender von ARD und ZDF auch verschlüsselt werden. Der Einzelne könne dann entscheiden, ob er eine Flatrate von 17,98 Euro zahlt oder nur einen Teil davon. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk würde so zu klassischem Pay-TV werden. Technisch sei dies aus Siebenhaars Sicht überhaupt kein Problem. 

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