Medientage München: Forderung nach neuen Mediengesetzen

24.10.2011, 09:14 Uhr, rh

Auf den Medientagen München haben die Teilnehmer Chancengleichheit im weltweiten Wettbewerb gefordert. Es müssten neue Mediengesetze geschaffen werden, die sowohl für internationale als auch für nationale Medienunternehmen gelten.


Die neue Rechtschreibung solle gleiche Rahmenbedingungen für Fernsehen und Online-Angebote schaffen, ging aus einem abschließenden Resümee der Medientage vom Freitagabend hervor. Zudem müssten auch die Bereiche Datenschutz, Medienkonzentration- und Urheberrecht neu geordnet werden. Staatsminister Marcel Huber, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, forderte, die deutsche Medienregulierung den veränderten Rahmenbedingungen des Online-Zeitalters anzupassen. Vor allem das Medienkonzentrationsrecht
müsse modernisiert und von seiner starken Fixierung auf
TV-Einschaltquoten gelöst werden.


Das Zusammenwachsen von TV und Internet mache es notwendig, global operierende Unternehmen in die Rundfunkordnung einzubeziehen und die Bestimmungen für klassische Medienbetriebe zu deregulieren. Im Wettbewerb zwischen klassischen und neuen Medienanbietern sollten "faire Spielregeln" geschaffen werden. Das beziehe auch Kreative ein, die ihre Inhalte gegen Internetpiraterie schützen müssen.
 
Johannes Kors, Geschäftsführer der Medientage München, betonte, dass die Konvergenz der Medien den Markt immer stärker differenziere. "Traditionelle Geschäftsmodelle erodieren", erklärte er. "Zugleich bietet die
Digitalisierung mit ihrem unglaublichen Innovationstempo in immer
kürzeren Zeitabständen neue Möglichkeiten und Business-Modelle". Kors bezog sich damit auf die veränderte Mediennutzung durch internetfähige Smartphones, Tablet-PCs und breitbandige Internetanschlüsse und die daraus resultierenden neuen Geschäftsmodelle.
 
Das Internet inspiriere Unternehmen zu Produkten, die den klassischen Medienbegriff erweitern, sei es die gemeinsame Nutzung von Fernseher und Smartphone oder die durch Hybrid-TVs vorangetriebene Verschmelzung der Mediengattungen. Zudem wachse die Bedeutung sozialer Netzwerke innerhalb der Medienbranche. Zwar würde das Kräfteverhältnis zwischen alten und neuen Medien durch die Digitalisierung neu geordnet, journalistische Angebote seien aber weiterhin von Wichtigkeit. Neben ihren Online-Angebote würden sich Verlage wieder verstärkt auf ihre Printprodukte konzentrieren.
 
Für Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Medientage München, sei besonders von Bedeutung, die Daten und Persönlichkeitsrechte der Verbraucher in der neuen Medienwelt zu schützen. Dazu gehöre auch, die Medienkompetenz der Nutzer zu stärken.

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