Meine vergangenen zehn Jahre mit Sky

09.07.2019, 12:18 Uhr, Florian Pötzsch

Am 4. Juli 2009 wurde das deutsche Pay-TV-Unternehmen Premiere in Sky umbenannt. In diesen zehn Jahren ist DIGITAL FERNSEHEN-Herausgeber Florian Pötzsch seinem Lieblings-Abokanal fast immer treu geblieben. Was hat sich in der Zeit alles so getan und warum gab es ein halbes Jahr Enthaltsamkeit?


Als Fernsehjunkie ist man eine Menge Namenswirrwar gewohnt. Nachdem ich gleich nach dem Abi mein erstes Premiere-Abo abschloss (analog mit dem berühmten "Schlüssel"), stand schon wenige Jahre später Digital TV unter dem Namen DF1 auf dem Programm. Der Schorsch hat die beiden zu Premiere World fusionierten glücklosen Angebote ein paar Jahre später wieder zu Premiere umlackiert. Der Inhalt war eigentlich immer identisch: Viele Filme und Serien auf lustig benannten Kanälen und ne Menge Livesport. 
 
Den besten Mittagsschlaf gibt es noch immer während einer Formel-1- oder Bundesliga-Liveübertragung. Und zum Wochenausklang gehört am Abend eine Runde Golf - natürlich auch im Fernsehen und keinesfalls auf dem Platz. Das gab es schon 1996 bei DF1 und trotz des Einstiegs der Briten bzw. von Murdoch ins deutsche Pay-TV samt Umbenennung in Sky 2009 hat sich diese bunte Welt kaum geändert. Namen kamen und gingen, Pakete wurden auf- und wieder zugeschnürt. Früher war es mein Anspruch, "alles" zu haben. Meine Sat-Schüssel empfing mehrere Sat-Positionen, ich füllte meinen Pay-TV-Konsum zusätzlich mit Kabel Digital und war rundum sorglos.
 
Doch gerade in den letzten fünf Jahren hat sich für uns Fernsehfreaks eine Menge geändert. Während Sky sich weiterhin redlich bemüht, möglichst viele Filme, Serien und Sport an Land zu holen, um uns Kunden rundum glücklich zu machen, ballern die Konkurrenten aus dem Internet. Unzählige Anbieter überfluten uns mit Filmen, Serien, Musik und Sport. Es gibt Streamingdienste für wirklich jede Zielgruppe, von Anime über Horror bis Western. Genial!


Aber wer soll das alles bezahlen? Zumal, wenn man "irgendwie alles" empfangen will? In Grunde gilt: Nach einer kostenlosen Testphase muss man knapp zehn Euro im Monat zahlen. Mal etwas mehr, mal weniger. Das schlägt ganz schön auf das Budget. Der Tag hat nur 24 Stunden und selbst als Freak in einer Firma, in denen andere Freaks auch den ganzen Tag den Fernseher "dienstlich" laufen haben, schafft man nicht mal nen Bruchteil. Die Rosinen sind also teuer gepickt.
 
Und gegen diese Rosinen muss Sky etwas entgegensetzen. Ich lag zwischendurch mittlerweile bei weit über 70 Euro Abogebühr im Monat. Dafür kann man nicht nur Amazon Prime, Netflix, DAZN und Eurosport als Grundabsicherung, sondern auch Zattoo, Maxdome, Spotify und weitere Sahnehäubchen abonnieren. Und noch viel besser: Während ich bei Sky immer an ein Jahresabo gebunden bin, kann ich die Dienste aus dem Web jeden Monat abbestellen. Null Risiko, überschaubare Kosten. Da meine Kinder mittlerweile im Haus das Sagen haben und streamen bis die Leitung glüht, bin ich auf Entzug gegangen und hab irgendwann nach über 20 Jahren mein Pay-TV-Abo gekündigt. Uff.
 
Auf diese neuen Gewohnheiten hat Sky die letzten Jahre massiv reagiert und viele Dinge ausprobiert. Sky Go um das Programm mitzunehmen sei hier genannt. Während die Kiddies sich ne Serie reinziehen, sitz ich daneben mit dem Tablet und schaue Bundesliga bei Sky. Das ist topp. Dann gab es Versuche, mit Sky Online und Sky Snap im Streamingmarkt fuß zur fassen. Man hat daraus gelernt: Für die "Ich will mich auf keinen Fall festlegen"-Typen haben sie Sky Ticket aktiviert. Die Selektivschauer schalten sich also mal für eine gewisse Zeit ein Paket frei, um sich dann die entsprechende Serie reinzuziehen. Ganz aktuell ist nun Sky Q: Die Festplattenboxen der letzten Jahre mit ihren On-Demand-Funktionen wurden immer weiter optimiert. Ein Bündnis mit Netflix bringt sogar einen direkten Konkurrenten auf die Kiste - man teilt sich also die Kunden und alle sind glücklich.
 
Im Bereich der Ausstrahlungsrechte geht es nach einer Durststrecke endlich wieder bergauf. Die Formel 1 ist zurück, die Handball-Bundesliga feiert Zuschauerrekorde und auch internationaler Fußball soll auf den Sky-Kanälen wieder Einzug halten. Serien und Filme werden mittlerweile auch exklusiv für Sky produziert. Wenn die Zeit fürs TV-Glotzen doch nicht nur so knapp wäre...
 
Mein Fazit: Die Münchner Crew bei Sky mit ihrem heißen Draht in die britische Zentrale gibt Gas, um viele Kunden bei der Stange zu halten. Und mich haben sie übrigens auch wieder zurück bekommen. Ich war wirklich wegen der Konditionen frustriert. Doch auf einmal kam ein Brief ins Haus geflattert: Alle Programme, dauerhaft jederzeit kündbar, zu einem echt akzeptablen Preis. Da hab ich wieder zugegriffen.

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