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  • Interview • Metz - Tradition verpflichtet

  • Über 70 Jahre "Made in Germany"

 erstellt am 12.10.2009 von Christian Trozinski

In Zeiten maschineller Massenproduktion gibt es nur noch wenige Firmen, bei denen Handarbeit und technologischer Fortschritt Hand in Hand gehen. Wir begaben uns nach Zirndorf und erblickten beim deutschen Vertreter Metz weit mehr als nur den Zusammenbau von Flachbild-TVs.

 
 
Geschäftsführer Dr. Norbert Kotzbauer investiert auch weiterhin in das Qualitätsbewusstsein der eigenen Marke und hält die traditionellen Werte aufrecht
Bild: Metz

Beim Aufdruck "Made in Germany" denken die einen an Qualität und Vertrauen, die anderen wiederum an ungerechtfertigte Preisaufschläge und die Verwertung im Ausland gefertigter Einzelteile. Während unseres Besuches der Metz-Werke in Zirndorf staunten wir deshalb nicht schlecht, als wir erkannten, dass „Made in Germany“ in diesem Fall weit mehr bedeutet als eine einfache Marketing- Floskel.
 
Das Fertigungsgelände umfasst nicht nur die Produktion der beliebten Metz-Flachbildfernseher, sondern ebenfalls die Herstellung maßgeschneiderter Kunststoffgehäuse und moderner Blitzgeräte. So war es nicht verwunderlich, dass wir in den Produktionshallen Kunststoffverkleidungen anderer deutscher Hersteller, wie TV- und Automobilproduzenten, vorfanden. Neben der vielfältigen Erzeugung komplexer Gehäuseformen erfüllt Metz mit einer modernen Lackieranlage nahezu jeden Kundenwunsch.
 
Doch auch das eigene Kerngeschäft, die Entwicklung zeitgemäßer Flachbildfernseher, steht hier nicht hinten an. Eine Kombination aus automatisierter Fertigungsstraße und geschulten Mitarbeitern sorgt dafür, dass kein TV-Gerät ungesehen verschickt wird. Um Ihnen neben dem Hier und Heute die traditionellen Werte der Firma Metz zu verdeutlichen, führten wir ein Interview mit Dr. Norbert Kotzbauer, Geschäftsführer der Metz Werke Deutschland.
 
Jeder Handgriff sitzt: Die Montage und Überprüfung der Funktionen bleibt trotz modernster Fertigungsanlagen ein Fall für die Spezialisten
Bild: Metz
Sogar die Fertigung der Kunststoffgehäuse samt Lackierung findet in den Metz-Werken statt
Bild: Metz

Herr Dr. Kotzbauer, wie schafft es Metz, Produkte tatsächlich in Deutschland zu fertigen, während die Konkurrenz die Arbeit ins Ausland verlagert?
Die Firma Metz behauptet sich seit 70 Jahren am Standort Deutschland. Dieser ist, wenn man allein die Produktionskosten als Maßstab nimmt, im internationalen Vergleich sicherlich nicht von Vorteil. Daher müssen Produkte mit dem Label "Made in Germany" ihren Preis wert sein – so auch die Produkte von Metz. Unsere Produkte zeichnen sich durch hohe Qualitätsstandards, langjähriges, technisches Knowhow, größtmögliche Bedienfreundlichkeit und Langlebigkeit aus. Engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind Träger und wesentliches Element unserer Philosophie.
 
Ist es für Metz ein Nachteil, bei der LCD-Produktion auf externe Panel-Lieferanten angewiesen zu sein?
"Made in Germany" bedeutet nicht, dass man alle Bauteile selbst herstellt bzw. nur von Vorlieferanten aus Deutschland bezieht. Auch wir müssen vernünftige Kostenstrukturen pflegen und dazu gehört ein internationaler Einkauf. Hierbei ist wichtig, dass man auf verlässliche Partner zurückgreifen kann, die die Qualitätsphilosophie von Metz unterstützen – und dies bereits bei der Entwicklung gemeinsamer Konzepte und der Definition von Bauteilen. Daher sehen wir es nicht als Nachteil, auf externe Panel- Lieferanten zurückgreifen zu müssen.
 
Die Bestückung der Leiterplatinen erfolgt in wenigen Sekunden maschinell
Bild: Metz

Immer mehr Hersteller bauen digitale Kabel- und Satellitentuner in ihre Fernseher ein. Entfällt damit in Zukunft ein ehemaliges Alleinstellungsmerkmal?
Das Alleinstellungsmerkmal scheint nur auf den ersten Blick wegzufallen. Das Metz-System bietet bezüglich der individuellen Tuner- Ausstattung weiterhin Vorteile. Aufgrund des modularen Chassis-Aufbaus können jederzeit die Empfangssituationen individuell für den jeweiligen Konsumenten nach- oder umgerüstet werden. Ferner ist ein breites Produktspektrum aus dem Hause Metz mit einem Doppeltuner- Konzept ausgestattet, das es erlaubt, zwei Signalwege gleichzeitig zu empfangen. Damit ist eine komfortable sowie vollwertige Bild-in-Bild-Lösung möglich und im Bereich des Festplattenrekorders besteht dadurch beispielsweise die Möglichkeit der gleichzeitigen Aufnahme eines Programms im Hintergrund, während das zweite Programm am Bildschirm sichtbar ist.
 
Wie sehen Sie die Entwicklung des Internets und die Rolle des Fernsehers als Multimedia-Gerät?
Metz beschäftigt sich permanent mit neuen Technologien und führt sie auch erfolgreich im Markt ein. Besonders wichtig ist uns, dass diese Technologien ausgereift sind und die Produkte eine hohe technische Perfektion und Bedienfreundlichkeit aufweisen. Für Fernseher mit Internetanschluss ist aus unserer Sicht die Marktreife noch nicht erreicht, da sich derzeit noch keine Standards herausgebildet haben und deshalb die schnelle Marktentwicklung auf absehbare Zeit beeinträchtigt ist. Erst wenn ein nachhaltiger, stabiler Nutzen für den Anwender erkennbar ist und marktfähige Ergebnisse vorliegen, wird es hier Lösungen von Metz geben. Gerade im Bereich Internet mit der Rolle des Fernsehers als Multimedia-Gerät ist es sinnvoll, dieses komplexe Thema in aufeinander abgestimmte Einzelschritte zu zerlegen, damit es einerseits technisch beherrschbar bleibt und der Konsument sich andererseits nicht technisch überfordert fühlt.
 

Das Interview gibt die Meinung des Interviewpartners wieder. Diese muss nicht der Meinung des Verlages entsprechen. Für die Aussagen des Interviewpartners wird keine Haftung übernommen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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