Workshop • Multifeed-Antenne installieren

Gewusst wie

 erstellt am 02.06.2010 von Thomas Riegler
Multifeed-Antenne installieren Eine Multifeed-Antenne erlaubt den gleichzeitigen Empfang zahlreicher Satellitenpositionen. Sie lässt sich auch in eine Gemeinschaftsanlage integrieren, was bei einer Drehanlage nicht möglich ist.
 
 

Sollen mehr als vier Satelliten empfangen werden, kommen spezielle Multifeed-Schüsseln zum Einsatz. Sie sind etwas breiter als gewöhnliche Antennen und so geformt, dass sie auch weiter vom klassischen Brennpunkt entfernte Satelliten mit ausreichendem Pegel empfangen können.

Antennentypen

Noch zerlegt sieht unsere Multifeed-Antenne nicht anders aus als "normale" Schüsseln
Bild: Auerbach Verlag

Multifeed-Spiegel haben eine lange, gebogene Schiene, auf der die LNBs in beliebiger Position mit einer Haltevorrichtung befestigt werden. Die Länge der Schiene legt neben der Konstruktion des Reflektors fest, wie viele Satelliten empfangen werden können. Die bekannteste Multifeed- Antenne ist die Wavefrontier, die mit einem Subreflektor arbeitet. Bei ihr sind die LNBs zum Subreflektor auszurichten, der im Bereich des üblichen Brennpunkts angeordnet ist.
 
Bei einfacheren Multifeed-Schüsseln werden die LNBs in gewohnter Weise in den Reflektor schauend installiert. Sie sind einfacher aufzubauen und dürften zufriedenstellen, wenn man nicht gerade Hardcore-DXer ist. Eine solche einfachere Antenne ist die Multifocus T85. Ihre Reflektorgröße beträgt 71 × 91 Zentimeter (cm), was im Vergleich zu einer "normalen" 90er- Schüssel ziemlich klein erscheint. Damit entspricht sie eher den Empfangsleistungen einer klassischen 75-cm-Antenne. An ihrem Beispiel wollen wir uns näher ansehen, wie so ein Spiegel aufzubauen ist und wo Schwierigkeiten zu erwarten sind.

Welche Satelliten

Die Multifeed-Antenne unterscheidet sich nur durch die LNB-Schiene, auf die die LNB-Halterungen zu fädeln sind
Bild: Auerbach Verlag

Während mit einer Drehantenne grundsätzlich alle Satelliten innerhalb des Drehbereichs erreichbar sind, müssen sie beim Multifeed-Empfang einzeln angepeilt werden, wobei für jeden zu empfangenden Satelliten ein LNB erforderlich ist.
 
Als möglicher Einsatzbereich der T85- Antenne wird Türksat 42 Grad Ost bis Eutelsat 10 Grad Ost angegeben. Freilich sind auch andere Kombinationen denkbar, wie 28,5 Grad Ost bis 1 Grad West. Der Empfangsbereich wird mit 48 Grad angegeben, was anhand der gebogenen 60 cm langen LNB-Schiene nachvollziehbar ist. Diese zeigt zu beiden Seiten Markierungen bis 24 Grad Auslenkung aus der Mittelposition.
 
Der Winkel von 48 Grad verleitet zu Spekulationen. Immerhin könnte man damit zum Beispiel unter allen Satelliten zwischen 28,5 Grad Ost und 18 Grad West auswählen. In der Praxis geht das aber nicht so leicht.
 
Bevor man mit der Installation einer Multifeed-Antenne beginnt, gilt es, sich darüber Gedanken zu machen, welche Satelliten man anpeilen möchte. Astra auf 19,2 Grad Ost ist natürlich erste Wahl, auch die zweite Astra-Position auf 23,5 Grad Ost und die Engländer auf 28,5 Grad Ost wären schön. Spannend wäre ebenfalls 16 Grad Ost wegen der CBS-Feeds aus den USA. Hot Bird auf 13 Grad Ost braucht man ohnehin, weil es dort multikulturell zugeht.
 
Dann soll es auch noch die neue Eurobird-Position auf 9 Grad Ost sein und wegen der vielen Feeds außerdem 7 Grad Ost. Selbstverständlich dürfen die Skandinavier auf 5 Grad Ost und 1 Grad West nicht fehlen. Doch spätestens jetzt müssen wir uns bremsen, denn viele der potenziell spannenden Satellitenpositionen liegen sehr nahe beieinander. So sind 9, 7 und 5 Grad Ost nur je 2 Grad voneinander entfernt. Auch 16 Grad Ost hat nur 3 Grad Abstand zu den benachbarten Satelliten Astra 19,2 Grad Ost und Hot Bird.
 
Die für den Empfang erforderlichen LNBs haben eine nicht zu unterschätzende Breite. Zu dieser ist noch die Breite der LNB-Halterungen hinzuzurechnen. Die Halterungen unserer T85-Antenne lassen sich in zwei Richtungen auf die Schiene schieben. Laut Montageanleitung lässt sich so ein Mindestabstand von 6 Grad oder zumindest 5 Grad realisieren. Mit Spezial-LNBs und -Halterungen können LNBs bei diversen Multifeed- Antennen auch auf bis zu 3 Grad Mindestabstand zusammengeschoben werden. Aber selbst mit diesen wird es schwer, zum Beispiel 9 Grad Ost und 7 Grad Ost exakt anzupeilen.
 
Da unsere Antenne nur einen Mindestabstand von 5 Grad erlaubt, müssen wir unsere Wunschliste noch einmal überdenken. Nach einigen Tests mit unserem Messempfänger zeigt sich, dass wir unsere LNBs doch bis auf 4 Grad zusammenrücken können. So haben zumindest die Kombinationen 19,2 Grad Ost und 23,5 Grad Ost sowie 13 und 9 Grad Ost Chancen auf Verwirklichung.
Rückseitig befindet sich eine Dreheinrichtung, mit der die ganze Antenne geschwenkt werden kann. Sie ist zuerst auf 90 Grad zu stellen
Bild: Auerbach Verlag
Als Erstes ist der mittige LNB zu montieren. Mit ihm ist die Antenne genauso einzustellen, wie eine Einsatellitenschüssel
Bild: Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Freitag, 16.12.2011