NRW: Vier Privatveranstalter erhalten Lizenzen für DAB Plus

26.11.2012, 09:05 Uhr, ps

Nordrhein-Westfalen (NRW) bekommt endlich seinen landesweiten privaten Hörfunk im neuen digitalen DAB-Plus-Standard. Die Landesanstalt für neue Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) erteilte die entsprechenden Lizenzen am vergangenen Freitag an insgesamt vier Programmveranstalter.


Nachdem die Landesanstalt für neue Medien in Nordrhein-Westfalen (LfM) die Vergabe der freien Programmplätze für das Digitalradio am 26. Oktober 2012 noch verschoben hatte und zwischenzeitlich einige Programmveranstalter abgesprungen waren, erfolgte die Lizenzierung für vier Privatveranstalter nun tatsächlich in der vergangenen Woche. Wie die LfM am Freitag mitteilte, beschloss die Kommission der Medienanstalt in ihrer Sitzung vom 23. November die Zuweisung der entsprechenden Kapazitäten an vier Privatveranstalter bis zum 31. Juli 2014. Die Lizenzen gingen an das Bildungswerk der Erzdiözese Köln e. V. für das Programm Domradio, die PlexiMedia GmbH für das Programm Radio Impala sowie an die Megaradio Bayern GmbH gemeinsam mit RMC Medienconsult für die beiden Hörfunkprogramme Megaradio und Kulturschocker.


Von den einstmals sechs Antragsstellern für die freien DAB-Plus-Programmplätze in NRW sind damit vier übrig geblieben. So hatte der Interessent Regiocast im Oktober 2012 seine Bewerbung für drei Kanäle teilweise zurückgezogen. Der Veranstalter hatte demnach nur noch eine allgemeine Zulassung, aber nicht wie zuvor eine konkrete Zuweisung von Sendekapazitäten beantragt. Einen kompletten Rückzieher machte ebenfalls im Oktober der Veranstalter Neue Welle mit dem Sender Absolut Radio.
 
Wie die LfM am Freitag erneut mitteilte, wird das DAB-Plus-Pilotprojekt in NRW zunächst bis zum 30. Juli 2014 begrenzt sein. Dann wird unter anderem eine Grundsatzentscheidung der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) erwartet, in wie weit die ARD für DAB Plus noch Anteile der Rundfunkgebüren zugestanden werden können, sollte das Digitalradio bis dahin bei den Hörern keinen ausreichenden Zuspruch finden.
 
Doch auch für den Fall, das das Urteil der KEF positiv ausfalle, sieht Hartmut Gläsmann, Chef von RMC-Medienconsult ein Problem. Dann nämlich könnte die ARD, die zwei Drittel der Programmplätze im NRW-Multiplex belegt, auch das restliche Drittel für sich beanspruchen, für das sich derzeit die acht Privatanbieter bewerben. Ein nahtloser Übergang in einen dauerhaften Sendebetrieb sei für die Privaten dann wohl nur schwerlich zu realisieren.

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