Nach DVB-T2: Private auch via Satellit nur verschlüsselt?

10.05.2017, 10:03 Uhr, buhl

Mit der Umstellung auf DVB-T2 HD wurde nicht nur die HD-Zukunft via Antenne begonnen, auch das Privatfernsehen wird auf diesem Weg künftig nur noch gegen Bezahlung zu sehen sein. Nun droht dieses Szenario auch beim Satellitenempfang.


Das frei empfangbare Fernsehen könnte in Zukunft auf allen Verbreitungswegen deutlich eingeschränkt werden. Was im Antennenfernsehen mit der Umstellung auf DVB-T2 HD ab Sommer Realität wird, soll auch beim Satellitenempfang drohen: Die Verschlüsselung der privaten HD-Sender, die anschließend nur gegen eine Zusatzgebühr zu empfangen wären, bei gleichzeitger Abschaltung der SD-Sender.


Der erste Schritt in diese Richtung ist dabei laut Medienberichten bereits getan. So sollen die Öffentlich-Rechtlichen gemeinsam mit den beiden großen privaten Senderfamilien ProSiebenSat.1 und der Mediengruppe RTL eine Arbeitsgruppe gegründet haben, die sich über die genauen Eckdaten und den Ablauf beraten soll. Diese Gruppe sollte bei der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein eingerichtet worden sein, was diese auf Nachfrage von DIGITAL FERNSEHEN allerdings verneinte. Auch ARD und ZDF widersprechen der Existenz einer Arbeitsgruppe zur SD-Abschaltung via Satellit.
 
Vor allem aus Kostengründen drängt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF) auf eine Abschaltung der SD-Programme via Satellit ab 2019 bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Dagegen sind die Privatsender durch das Bundeskartellamt noch bis 2022 verpflichtet, ihre Programme via Astra und im Kabel in SD auszustrahlen.
 
Anschließend wäre der Zuschauer ähnlich wie bei DVB-T2 dazu angehalten, ein zusätzliches Abo abzuschließen, wenn er weiterhin ProSieben, Sat.1, RTL und Co. sehen will. Die Preise von HD Plus, das bereits jetzt die HD-Sender der Privaten verbreitet, unterscheiden sich dabei kaum von denen bei Freenet TV, das über Antenne die Privaten ausstrahlt und liegen bei 75 Euro im Jahr.

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