Nach "Germany's Gold": ZDF plant keine eigene VoD-Plattform

30.10.2013, 13:12 Uhr, ps

Einen Ersatz für die gescheiterte Video-on-Demand-Plattform "Germany's Gold" wird es wohl so schnell nicht geben. Bei der privatwirtschaftlichen ZDF-Tochter ZDF Enterprises gibt es keine Pläne dafür, ein eigenes ZDF-Portal an den Start zu bringen.


Nach dem Aus für das geplante Video-on-Demand-Portal mit dem Arbeitstitel "Germany's Gold" plant man auf Seiten des ZDF kein eigenständiges Video-on-Demand-Portal. Dies teilte Alexander Coridaß, Sprecher der Geschäftsführung von ZDF Enterprises, im Interview mit dem Magazin "Promedia" mit. "Das ZDF selbst darf keine kommerzielle VoD-Plattform errichten. Wohl aber ZDF Enterprises - wir planen bis auf weiteres jedoch nicht, als Plattformbetreiber tätig zu werden", so Coridaß.


Die gezielte Verwertung von ZDF-Inhalten über eine eigene Plattform werde es demnach in naher Zukunft nicht geben. Soweit die Rechte bei ZDF Enterprises liegen, wolle man sich daher bei der privatwirtschaftlichen ZDF-Tochter auf die Lizenzierung an Dritte konzentrieren. Im September hatten ARD und ZDF ihr geplantes gemeinsames VoD-Portal "Germany's Gold" für gescheitert erklärt. Dabei mussten sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkhäuser dem Druck des Bundeskartellamts beugen.
 
Die Kartellbehörde hatte bemängelt, dass ARD und ZDF auf einer gemeinsamen Verleih-Plattform die Preise und die Auswahl der Videos miteinander Koordinieren würden. Zudem seien die geplanten Inhalte der Plattform gebührenfinanziert, weshalb bereits deshalb erhebliche Wettbewerbsschäden verursacht würden. Nach Ansicht der Kartellbehörde seien ARD und ZDF jedoch Wettbewerber und müssten ihre Produkte daher unabhängig voneinander vermarkten. Die Bedenken hätten laut Kartellamt nur dann ausgeräumt werden können, wenn ARD und ZDF von einer gemeinsamen Vermarktung abrücken und nur auf technischer Ebene beim Betrieb der Plattform zusammenarbeiten würden.
 
Coridaß kann jedoch die Ansicht, dass "Germany's Gold" Inhalte kostenpflichtig angeboten hätte, die mit Gebührengeldern finanziert wurden, nicht nachvollziehen. "Die Rechte, die zum Beispiel ZDF Enterprises erwirbt und verwertet, werden nicht mit Gebühren finanziert, sondern mit am Markt erwirtschafteten Mitteln. Es wäre kein einziger Gebühren-Cent in das Projekt geflossen", so der Sprecher der Geschäftsführung weiter. Ob es nach dem Aus für "Germany's Gold" durch das Bundeskartellamt in Zukunft zu einem zweiten Anlauf durch ARD und ZDF kommt, ist derzeit wohl mehr als fraglich.

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