Netflix und Amazon lassen CBS, HBO und Turner hinter sich

18.10.2016, 09:29 Uhr, nis

Das Internet holt das "gewöhnliche" Fernsehen ein. Beziehungsweise ist es Amazon und Netflix nun gelungen, die US-Sender CBS, HBO und Turner finanziell abzuhängen, wie eine aktuelle Studie nun herausfand.


Das Marktforschungsinstitut IHS Markit hat sich der Unterhaltungsbranche angenommen und Erstaunliches herausgefunden. Natürlich dürfte jedem klar sein, dass sich Amazon und Netflix aus der heutigen Entertainmentindustrie kaum mehr wegdenken lassen. Doch nun haben die beiden Internet-Giganten dem Forschungsunternehmen zufolge die US-amerikanischen TV-Riesen CBS, HBO und Turner in Sachen Serien und Co. abgehängt.


Einer aktuellen Studie zufolge haben Netflix und Amazon 7,5 Milliarden US-Dollar mehr investiert, als es CBS, HBO und Turner im vergangenen Jahr taten. Beide Unternehmen machten von 2013 auf 2015 einen gewaltigen Sprung. Amazon investierte statt 1,22 Milliarden US-Dollar ganze 2,67 Milliarden US-Dollar. Bei Netflix handelt es sich mit einem Anstieg von 2,38 Milliarden US-Dollar auf 4,91 Milliarden US-Dollar um ein noch deutlich höheres Sümmchen.

Die Studie wird vor allem deshalb als wegweisend erachtet, da sie deutlich zeigt, wie sich die Unterhaltungsbranche in den vergangenen Jahren veränderte. Lediglich Disney mit 11,84 Milliarden US-Dollar und NBC mit 10,27 Milliarden US-Dollar haben als traditionelle TV-Unternehmen die Nase noch vor Netflix und Amazon, wenn es darum geht, in Serien und Filme zu investieren.  

Tim Westcott, Experte bei IHS Markit, sieht das Ende des traditionellen Fernsehens allerdings noch lange nicht gekommen, nur weil sich Netflix und Amazon vermehrt einbringen und die Verbraucher immer häufiger online schauen. Allein die Kabelnetzwerke in den USA haben sich 2015 immerhin an 148 neuen Serien versucht, während es 2014 nur 138 und 2013 nur 96 waren. Den Markt dominieren nach wie vor natürlich die USA, weshalb diesen in der Studie die größte Aufmerksamkeit zugekommen ist. Der TV-Markt ist aber auch in Westeuropa ein äußerst bedeutsamer. Hier werden immerhin 38,6 Milliarden US-Dollar investiert, von denen das Vereinigte Königreich 10,7 Milliarden US-Dollar und Deutschland 7,3 Milliarden US-Dollar beisteuert.

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