Netflix von Filmfestspielen in Cannes ausgeschlossen

28.03.2018, 10:00 Uhr, jrk

Nachdem im vergangenen Jahr die Filmfestspiele in Cannes mit der Aufnahme von "Okja" und "The Merowitz Story" von Netflix in die offizielle Auswahl für Diskussionen gesorgt haben, hat das Festival nun Netflix für dieses Jahr von den Wettbewerben ausgeschlossen.


In einem exklusiven Interview mit dem französischen Magazin "Le Film Français" am Freitag kündigte Festivalleiter Thierry Fremaux Änderungen in der prestigeträchtigen Veranstaltung an, die in diesem Jahr zum 71. Mal stattfindet und vom 8. bis 19. Mai stattfinden wird, wie hierzulande zuerst "Horizont" berichtete.


Für eine Teilnahme am Filmfestival ist es notwendig, dass jeder Film in Frankreich im Kino gelaufen sein muss.

Für das Festival 2017 versuchte Netflix, die Filme für weniger als eine Woche in Frankreich zeitlich befristet in die Kinos zu bringen, so dass die Filme zeitgleich in den Kinos und im Internet zu sehen waren.

Dieses Vorgehen kollidierte jedoch mit dem französischen Gesetz, das eine 36-monatige Verzögerung zwischen dem Kinostart eines Films und dem Streaming-Datum vorschreibt, berichtete die "New York Times".

Regisseur Steven Spielberg gibt dem Festivalleiter Rückendeckung und hat sich in einem Interview ebenfalls gegen die Teilnahme von Netflix-Produktionen an Filmwettbewerben ausgesprochen.

Auch Selfies werden verboten


Bei den diesjährigen Oskars war das von Netflix produziertes Drama "Mudbound" in mehreren Kategorien nominiert, unter anderem für die beste Kamera. Um an diesem Wettbewerb teilnehmen zu können, lief der Film für eine Woche in ausgewählten Kinos in Los Angeles und New York.

Im Interview mit "Le Film Français" machte Fremaux eine weitere Ankündigung, die viele Fans und sogar einige Schauspielstars in Panik versetzen könnte: Selfies auf dem roten Teppich sind nicht mehr erlaubt.

Fremaux sagte, dass die Entscheidung, Selfies zu verbieten, von ihm und dem Präsidenten des Festivals, Pierre Lescure, gemeinsam getroffen wurde.

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