Nicht nur mehr, sondern bessere Pixel - Ultra HD Phase 2

30.01.2015, 11:55 Uhr, ps

Nachdem die Ultra-HD-Spezifikationen der Phase 1 von den TV-Veranstaltern eher kritisch aufgenommen wurden, arbeitet das DVB-Project 2015 an der Weiterentwicklung des Standards. Das Ziel sind laut Executive Director Peter Siebert nicht mehr nur mehr, sondern bessere Pixel. Am Ende der Entwicklung soll ein völlig neues TV-System stehen.


Im Juli 2014 verabschiedete das DVB-Project, welches für die Weiterentwicklung der digitalen TV-Übertragungsstandards zuständig ist, die ersten Spezifikationen für zukünftige Fernsehübertragungen in Ultra-HD-Auflösung. Die Phase-1-Spezifikationen konzentrierten sich dabei vor allem auf die im Vergleich zu Full HD höhere Auflösung von 3840 × 2160 Pixeln und die Bildwiederholungsrate von 60 Hz.


Bei den TV-Veranstaltern stieß der präsentierte Ansatz jedoch nur auf wenig Begeisterung, da Parameter wie eine höhere Bildrate, eine höhere Farbdynamik, der größere Farbraum sowie die verbesserte Audiowiedergabe in der Phase 1 zunächst keine Rolle spielten. Gerade diese Parameter scheinen jedoch für viele Rundfunkveranstalter aktuell attraktiver zu sein, als der Umstieg auf einen Auflösungsstandard von 2160p. Immerhin planen vor allem die öffentlich-rechtlichen Veranstalter zunächst einen Zwischenschritt von derzeit 720p (HD Ready) auf 1080p (Full HD). Interessant ist für die Veranstalter somit vor allem, wie ein möglicher 1080p-basierter HD-Service unter Zuhilfenahme von UHDTV-Parametern mit Ausnahme der höheren Auflösung aussehen könnte.
 
Beim DVB-Project hat man sich die geäußerte Kritik dabei offenbar zu Herzen genommen und möchte in diesem Jahr verstärkt an der Weiterentwicklung der Ultra-HD-Spezifikationen mit der Phase 2 arbeiten, wie DVB-Executive-Director Peter Siebert ankündigte. Es gehe dabei nicht mehr nur um mehr, sondern auch um bessere Pixel. Als zentrale Punkte, die in die neuen Spezifikationen mit einfließen sollen, nennt Siebert dabei mit der höheren Framerate (HDR), dem erweiterten Farb- und Kontrastraum und der verbesserten Audiowiedergabe genau die Punkte, deren Fehlen in Phase 1 kritisiert wurde. Auch eine neue Generation der Untertiteleinblendung soll ihren Weg in die Phase-2-Spezifikationen finden.
 
"Es ist nur fair, zu sagen, dass wir damit faktisch an einem neuen TV-System arbeiten", so Siebert. Wann die Arbeiten an Phase 2 der Ultra-HD-Spezifikationen abgeschlossen sein werden, ist noch nicht klar. Angesichts der Kritik, die von TV-Veranstaltern an Phase 1 geübt wurde, dürfte sich das DVB-Project jedoch beeilen, einen Standard für Ultra-HD-Fernsehen zu präsentieren, mit dem die Sender an der Weiterentwicklung ihrer TV-Übertragungen arbeiten können.

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