Niedersachsen: Schwerer Schlag gegen Pay-TV-Betrüger

19.07.2012, 21:07 Uhr, ps

Den Ermittlungsbehörden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gelang offenbar am Dienstag (17. Juli 2012) ein schwerer Schlag gegen einen Ring von Cardsharing-Betrügern im norddeutschen Raum. Die Beschuldigten sollen über das Internet zahlreiche Kunden mit illegalen Pay-TV-Zugängen und manipulierten Receivern versorgt haben.


Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Verden am heutigen Donnerstag bekannt gaben, ist den Ermittlungsbehörden am Dienstag ein bedeutender Schlag gegen einen weiträumig tätigen Cardsharing-Ring gelungen. Insgesamt 1200 Beamte der Polizeidirektion Göttingen und Hannover, der Landeskriminalämter Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, der Polizei Iserlohn und weiterer Polizeidienststellen hätten demnach zeitgleich bundesweit an insgesamt 23 Orten Durchsuchungen erfolgreich durchgeführt und Beweismaterial sichergestellt.
 
Ermittelt wird nun gegen 26 Personen im Alter zwischen 17 und 62 Jahren. Sie stehen unter dem Verdacht des Ausspähens von Daten, des gewerbsmäßigen Computerbetruges, des Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, der gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke und des gewerbsmäßigen Betruges.


Nach dem bisherigen Ermittlungsstand stehe ein 50-Jähriger aus dem Landkreis Nienburg/Weser im Verdacht, im Internet illegale Zugangsmöglichkeiten zu diversen Pay-TV-Angeboten, darunter Sky und HD Plus, verkauft zu haben. Auch manipulierte Receiver seien im Versandhandel des Beschuldigten zu erwerben gewesen. Dem 50-Jährigen wird vorgeworfen mit mehreren sogenannten Cardsharing-Servern ein illegales "Piratensystem" für bis zu 1.300 Kunden aufgebaut zu haben.
 
Ein 38-Jähriger Beschuldigter soll die illegalen Pay-TV Zugangsdaten und die benötigte Hardware zusätzlich über ein Ladengeschäft in Delmenhorst vertrieben haben. Derzeit gehen die Behörden von einer Schadenssumme von über 120.000 EUR aus. Als Geschädigte seien bisher Sky Deutschland und das Schweizer Unternehmen Nagravision ausgemacht. Es sei jedoch zu Erwarten, dass im Zuge der Ermittlungen weitere Geschädigte ausgemacht werden.

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