Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5.0 - 4 Stimme(n).

  • Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

18.01.2012, 11:17 Uhr, Renate Grimming/mho

In knapp 100 Tagen ist es soweit: Dann könnte es in deutschen Wohnzimmern dunkel werden. Denn die analoge Ausstrahlung des Fernsehsignals über Satellit wird abgeschaltet. Die Industrie will ihre Informationskampagne noch einmal intensivieren.


Wer mit seinem Satelliten-TV bis zum 30. April 2012 nicht auf den digitalen Empfang umgestellt hat, wird vor einem schwarzen Bildschirm sitzen, warnt die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik erneut. Denn dann wird das analoge Fernsehsignal aus dem Orbit für Zuschauer in Deutschland endgültig abgeschaltet. Wer bis dahin nicht vorbereitet ist, schaut in die Röhre. Immerhin könnten davon trotz intensiver Aufklärungskampagnen noch immer bis zu zwei Millionen Haushalte betroffen sein, sagte Wolfgang Elsäßer, Vorstandsmitglied der Deutschen TV-Plattform und Geschäftsführer von Astra Deutschland.
 
Dabei sei der Umstieg für private Haushalte in der Regel problemlos zu bewältigen. "Receiver für den digitalen Empfang gibt es bereits ab 40 Euro", sagte Elsäßer. Anders als oft vermutet wird, müsse man auch nicht auf das Dach steigen, um die Schüssel neu auszurichten. Selbst betagte Röhrenfernseher könnten mit Sat-Receivern angesteuert werden. "Insofern ist das ganz einfach". Im Oktober seien zuletzt gerade einmal 20 000 Receiver oder Tuner in Deutschland verkauft worden, es hätten aber 35 000 sein müssen, damit der Bedarf rechtzeitig abgedeckt ist. "Warten könnte zu einem Problem werden", sagte Elsäßer. Wer sich zu spät entscheidet, dem drohten Lieferengpässe.

Analogwegfall schafft Platz für mehr HDTV-Angebote


 
Seit über zehn Jahren werden die wichtigsten Fernsehprogramme über Satellit bereits parallel zur analogen Ausstrahlung auch digital gesendet. Mit dem Wegfall des analogen Signals werde viel Platz für den weiteren Ausbau des HDTV-Angebots geschaffen, sagte Rainer Hecker, Aufsichtsrat der GFU. Die hohen Kosten für die Parallel-Ausstrahlung könnten nun eingespart und für die Weiterentwicklung von Inhalten und Technik verwendet werden. Über das digitale Signal soll eine größere Programm-Vielfalt ermöglicht, die Bild- und Ton-Qualität deutlich verbessert und die Ausstrahlung von hochauflösenden Fernsehbildern sogar in 3D ermöglicht werden.
 
Wer sich einen HD-tauglichen Receiver anschafft, soll künftig von einem gestochen scharfen Fernsehbild profitieren. Nach Schätzungen der Branche sieht der Verbraucher das Fernsehen in hochauflösender Qualität inzwischen als Standard an. Zum Jahresende würden rund 20 Millionen Fernsehgeräte mit HD-Tuner und rund 11 Millionen HD-Settop-Boxen in den deutschen Haushalten stehen, sagte Hecker.

Betroffene kennen Abschalttermin nicht


 
Die Umstellung auf den digitalen Empfang macht zudem auch Fernsehen in 3D erstmals möglich. Zahlreiche Programme würden ab dem kommenden Jahr mit der Ausstrahlung von 3D-Sendungen beginnen, sagte Elsäßer. Mit Sky 3D ist Deutschlands größter Bezahlfernsehanbieter bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Bereits in der kommenden Woche soll über die Astra-Satellitenposition 19,2 Grad Ost ein weiterer Demo-Kanal für ausgewählte Inhalte von Produzenten und Partnern an den Start gehen.
 
Doch vor allem Hotelbetreiber, Krankenhäuser und Nutzer von Gemeinschaftsanlagen sind auf die Umstellung noch nicht zureichend vorbereitet. Das hat die Deutsche TV-Plattform in einer Umfrage unter 240 Entscheidern ermittelt. Problematisch sei, dass in diesen Fällen in der Regel professionell eine Anlage installiert werden muss, sagte Elsäßer.
 
Die Betroffenen seien zwar meist informiert, doch knapp die Hälfte kenne den genauen Termin für die Umstellung nicht. Man müsse außerdem die Auslastung der Handwerksbetriebe und die Witterungsbedingungen im Winter für nötige Außenmontagen berücksichtigen, sagte Herbert Strobel, Vorsitzender des Vorstands des Fachverbands Satellit und Kabel.

Alternativen zum Umstieg


 
Als Alternative zum Umstieg vom analogen auf das digitale Satelliten-Signal kommen auch andere Verbreitungswege in Frage: So können Fernsehzuschauer die TV-Sender auch über das terrestrische Antennenfernsehen DVB-T, über Kabel oder das Internet empfangen.
 
Bei den privaten Verbrauchern gebe es immer noch einen "harten Kern" von Betroffenen, die wenig technik-affin sind und deshalb schwer zum Umstieg zu bewegen seien, sagte Brigitte Busch, Leiterin Kommunikation und Marketing ARD Digital. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen gemeinsam mit den Privaten ihre Aufklärungskampagne ab Januar deshalb noch einmal intensivieren. Über den ARD-Videotext (Seite 198) stehen bereits alle Informationen bereit. Mit zahlreichen Werbespots, Info-Laufbändern und redaktionellen Beiträgen solle weiter über die notwendigen Maßnahmen informiert werden, damit kein Zuschauer im Mai die Röhre schauen muss.
 
DIGITALFERNSEHEN.de informiert Sie im Rahmen der Initiative "Digital TV jetzt!" online und in den gedruckten Ausgaben von DIGITAL FERNSEHEN, HD+TV, DIGITAL TESTED und SATELLIT EMPFANG + TECHNIK gemeinsam mit den Partnern SES Astra, Loewe und Televés über alle Aspekte der analogen Satellitenabschaltung.
  •  drucken 
  •  empfehlen 
  •  merken
  •  abonnieren; 
  • Gefällt mir
hendrik1972hendrik1972

#1 AW: Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

geschrieben am 18.1. 2012 um 11:32
zeit wirds...
Auf diesen Kommentar antworten
 
Major KönigMajor König

#2 AW: Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

geschrieben am 18.1. 2012 um 12:03
100 Minuten wäre mir lieber.
Auf diesen Kommentar antworten
 
JuergenIIJuergenII

#3 AW: Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

geschrieben am 18.1. 2012 um 12:20
Warum wird in unserer Republik alles so kompliziert gemacht!

Wenn ich schon lese

" Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen gemeinsam mit den Privaten ihre Aufklärungskampagne ab Januar deshalb noch einmal intensivieren."


dann frag ich mich allen Ernstes was da intensiviert werden muss?

Einfach auf den analogen Sendern ein Laufband schalten, das 1x pro Stunde auf den Abschalttermin hinweist. Das dürfte bei den noch verbleibenden 100 Tagen so nerven, dass viele sofort freiwillig umstellen um damit nicht mehr belästigt zu werden.

Nur was soll der Quatsch mit den Hinweisen auf den digitalen Sendern oder im Kabel? Da ist er so unnötig wie ein Kropf.

Juergen
Auf diesen Kommentar antworten
 
KlockeKlocke

#4 AW: Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

geschrieben am 18.1. 2012 um 12:38
ich hätte lieber noch in einem absatz die kritische hinterfragung zum modell HD+ gelesen...

wenn doch jetzt die kosten für die analogen transponder wegfallen, greift bei den freiwerdenden (finanziellen) kapazitäten kaum mehr das argument der "servicepauschale" für den technischen und finanziellen aufwand, den die sender haben....
Auf diesen Kommentar antworten
 
f1-tomf1-tom

#5 AW: Nur noch knapp 100 Tage bis zur Abschaltung von analogem Sat-TV

geschrieben am 18.1. 2012 um 12:45
Ich finde es auch problematisch das über die digitalen Sender die Hinweise ebenfalls gesendet werden. Denn ich habe festgestellt dass es tatsächlich Leute gibt welche schon längst digital empfangen, es aber gar nicht wissen. Andere sprechen von digital und meinen damit HDTV. Erst kürzlich hat einer behauptet dass er einen HD-Receiver kaufen musste weil ja jetzt "nur noch digital" gesendet werde. (und damit meinte er eben HDTV, er hatte vorher einfach einen digitalen SD Receiver) Ich konnte ihn auch nicht davon überzeugen dass dies nicht nötig gewesen wäre. Es ist halt wirklich so das Dinge welche für uns völlig klar sind bei anderen nur Verwirrung hervorrufen. Darum gehören die Hinweise zur Analogabschaltung auch nur auf die analogen Sender!!
Auf diesen Kommentar antworten
 
  • Spannende Hintergrundthemen
Nutzung mehrerer IPTV-Receiver
Digital-TV
DVB-T, Satelliten- und Kabel-TV-Empfang unterscheiden sich in einem grundlegenden Punkt von IPTV. Bei DVB-T, DVB-S und DVB-C werden stets alle Programme gleichzeitig übertragen, woraus sich der Verbraucher den Sender aussucht, den er gerade sehen will. Dies erfordert jedoch sehr hohe Übertragungsbandbreiten. Da die Stationen jedoch von beliebig... mehr... 
Multifeed
Digital-TV
Hinter dem Begriff 'Multifeed' versteckt sich die Möglichkeit des parallelen Empfangs mehrerer Satelliten über EINE Sat-Antenne. Dazu werden mehrere LNBs - die für die jeweiligen Satelliten genutzt werden -in einem vorbestimmten Winkel auf eine Multifeed-Schiene gesteckt. Am beliebtesten sind in Deutschland Multifeed-Halterungen, die den Empfang... mehr... 
Tongeschichte
Audio
Vor wenigen Jahrzehnten kam nicht nur Musik aus den Lautsprechern, auch das Knistern einer Schallplatte gehörte zum guten Ton und prägte mehrere Generationen. Reisen Sie mit uns von den ersten Versuchen der Tonaufzeichnung bis zur digitalen Soundära im Wohnzimmer. mehr... 
"Burn-E"-Animator Angus McLane
Heimkino
Zum Start der "Wall-E"-Blu-ray stellte sich "Burn-E"-Animator Angus McLane im Rahmen eines Online-Round-Tables den Fragen der Presse. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem durchaus witzigen Gespräch. mehr... 
Anzeige
Umfrage
Countdown to the Oscars: DIGITALFERNSEHEN.de stellt ab sofort bis zur Oscar-Gala am 26. Februar immer montags, mittwochs und freitags wechselnde Kategorien zur Wahl. Küren Sie heute Ihren Favoriten unter den Nominierungen für den besten Hauptdarsteller.









Beliebteste Meldungen
AudioMedienDigital-TVHeimkinoEntertainment DF-Archiv
DIGITALFERNSEHEN.de auf iPad und iPhone
Bild: Auerbach Verlag

DIGITALFERNSEHEN.de erobert Smartphones und Tablet-PCs - Details zu unserer Gratis-App sowie Facebook, Twitter und Co.
Finden Sie uns auf Facebook
Newsletter