OLED-Technik: Das ist beim neuen Fernseher zu beachten

08.11.2018, 07:00 Uhr, red

Satte Farben und tiefes schwarz: Die OLED-Fernseher (Organic Light Emitting Diode) sind die Nachfolger der LED-Technik und zeigen ein tolles Bild. Trotzdem hat die OLED-Technik noch einige Nachteile, die manch ein TV-Nutzer noch von älteren Modellen kennt.


Wer einen OLED Fernseher neben einem herkömmlichen LED-Modell im Fernseh-Geschäft sieht, bemerkt den Unterschied sofort und wird garantiert zum (meist teureren) Fernseher der nächsten Generation tendieren. Wie die Plasma-Fernseher, die anders als die LED-Modelle auch wirklich dunkle Schwarztöne darstellen konnten, neigen auch die OLED Displays zum Einbrennen von Bildelementen und haben zur Zeit noch eine kürzere Lebensdauer als LED Displays. Am Computer-Bildschirm kennt man dies noch von alten Röhrenmonitoren: Hier hat es zu der Erfindung der Bildschirmschoner geführt, die dafür sorgen sollten, dass sich das früher oft ständig gleiche Bild einer Software nicht einbrannte.
 
Für den Kino-Abend zuhause ist das erst einmal egal: bei Filmen mit abwechslungsreichen, bewegten Bildern – am besten von Blu-ray, DVD oder gestreamt - hat das Bild keine Zeit, um sich auf dem Bildschirm einzubrennen. Schaut man aber regelmäßig für lange Zeit den gleichen TV-Sender, kann das zu einem Problem werden: Das Sender-Logo und auch die gerade bei Nachrichtensendern beliebten News-Streifen am unteren Bildrand sind prädestiniert dafür, die Anfälligkeiten der neuen Technik zur Gefahr für das Fernseh-Gerät werden zu lassen. Das gilt auch, wenn man den Fernseher als Bildschirm für den PC nutzt: Die ständig gleichen Elemente wie die Taskleiste mit dem Windows-Logo und die Icons können sich dann leicht im Bildschirm verewigen.
 
Eingebrannte Bilder: Wie sieht das aus?
Eingebrannte Bilder betreffen vor allem einige oft gleichbleibende Bildbereiche oder Bildelemente: Das Senderlogo zum Beispiel, wenn es den ganzen Tag über immer an der gleichen Stelle angezeigt wird, weil man den Sender nicht wechselt. Aber auch die Info-Boxen zahlreicher Sender, die immer wieder und sehr lange eingeblendet werden, können zu dem Effekt führen.
 
Das Einbrennen macht sich dadurch bemerkbar, dass das ursprüngliche Bild auch nach dem Programmwechsel weiterhin angezeigt wird – zumindest als Schatten: Auch nach dem Wechsel zu einem anderen Sender lässt sich das Logo des früheren Senders noch als mehr oder weniger sichtbarer Schatten auf dem Fernsehbild wahrnehmen. In vielen Fällen ist der Effekt, wenn soweit fortgeschritten, dann auch irreversibel: Der Fernseher lässt sich ohne aufwändige Reparatur nicht mehr nutzen, ohne die eingebrannten Schattenbilder anzuzeigen.


Diese Schattenbilder treten dabei allerdings nicht sofort auf, sondern erst nach zahlreichen Betriebsstunden – in der Regel einige Monate bei ähnlichem TV-Bild. Wer also einen Fernseher nur als Bilderrahmen oder zur Anzeige von Nachrichten-Sendern (die für ihre News-Ticker berühmt sind) nutzen möchte, sollte statt der OLED Technik lieber die etwas ältere, dabei aber etablierte LED Technik in Betracht ziehen. 
 
Was hilft gegen das Einbrennen?
Die Hersteller selber haben bereits einige Tricks eingebaut, die das Einbrennen der Bilder verhindern oder zumindest minimieren soll. Das Betrifft aber nicht nur Fernseher: Auch Smart-Watches und Handy-Bildschirme mit OLED Display sind hier von dem Problem betroffen und müssen genauso sorgsam benutzt werden. Samsung hat bei seinen Smartphones mit OLED Display wie dem Galaxy S8 und dem S9 eine spezielle Steuerung hinzugefügt, die einzelne Bildpunkte unbemerkt um wenige Pixel horizontal und vertikal verschiebt, um die immer auf der gleichen Position des Bildschirms angezeigten Elemente (wie die Uhrzeit oder den Home-Button) nicht einbrennen zu lassen.
 
Diese Technik besitzen auch moderne OLED TVs – darüberhinaus bieten die Bildschirme oft eine Technik, mit der sich vorübergehend eingebrannte Elemente wieder beheben lassen: Bei der TFT-Abgleich oder Panel Kalibrierung genannten Funktion prüfen die Geräte selber im Standby-Modus die Pixel und gleichen sie aufeinander ab – das geschieht in der Regel nachts, wenn sich der Fernseher im Standby-Modus befindet: Daher sollte er nicht jeden Tag komplett ausgeschaltet oder  automatisch vom Strom getrennt werden.
 
Aber auch selber kann man mit wenigen zu beachtenden Regeln dafür sorgen, dass man noch lange Freude an dem Bildschirm hat: So sollte das TV Gerät nicht über längere Zeit die gleichen Bilder anzeigen – zum Beispiel Fotos. Außerdem leidet ein Fernseher mit OLED Bildschirm, wenn er täglich eine lange Zeit eingeschaltet ist: Vorführgeräte aus dem Elektronikmarkt sollte man daher lieber meiden. Auch als Display für Nachrichtensender, die oft sehr lange die gleichen Bildelemente, wie einen Nachrichten-Ticker, einblenden, ist ein OLED Panel nicht gut geeignet – hier ist man mit der älteren LED Technik besser beraten.
 
Was bei dem teuren TV hilft, schadet auch bei dem Handy oder Tablet mit OLED Display nicht: Hier sollte man schauen, dass es bei Nichtbenutzung wieder in den Standby-Modus wechselt und den Bildschirm abschaltet. Außerdem hilft es, die Helligkeit zu reduzieren: Das verbraucht nicht nur weniger Akku, sondern schützt die Displays auch zumindest etwas vor dem Einbrennen.

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