
- Hintergrund Ohne Balken projizieren
- So genießen Sie Kinofilme im Originalformat
erstellt am 26.08.2010 von Dennis Schirrmacher

- Oben sehen Sie ein Bild mit dem aus dem Kino gewohnten Bildseitenverhältnis von 2.40 : 1 auf einer 16 : 9-Leinwand – der Bildeindruck wird durch Balken getrübt. Unten wird das gleiche Bild auf eine 21 : 9-Leinwand projiziertBild: Auerbach Verlag

- Oben streckt die 21 : 9-Vorverzerrung in einem geeigneten Projektor das Bild und stellt so sicher, dass der Bildchip komplett ausgenutzt wird. Unten sehen Sie das von einer Vorsatzoptik entzerrte Bild im formatfüllenden Bildseitenverhältnis 21 : 9Bild: Auerbach Verlag
Für eine balkenlose Projektion benötigen Sie einen geeigneten Videobeamer, der über eine 21 : 9-Vorverzerrung (vertikale Dehnung) verfügt, sowie einen sogenannten Anamorphoten. Dabei handelt es sich um eine spezielle Vorsatzoptik (Linse oder Prisma), die das Bild wieder entzerrt. Eine geeignete Leinwand mit einem Bildseitenverhältnis von 2.40 : 1 ist natürlich ebenfalls Pflicht. Die Firma Panamorph hat sich auf derartige Prismen spezialisiert und der deutsche Distributionspartner Screen-Professional versorgte uns mit zwei Vorsatzoptiken nebst einem motorisierten Schlitten. Im Test prüften wir diese auf Bildfehler und Alltagstauglichkeit.
Verzerrungspflicht

- Der motorisierte Schlitten fährt die Optik vor den Beamer. Die Steuerung findet über die mitgelieferte Fernbedienung oder den 12-Volt-Trigger Ihres Projektors statt
Bild: Auerbach Verlag
Blu-ray-Filme versprechen Full-HD-Auflösung mit 1 920 × 1 080 Bildpunkten, zumindest wenn das 16 : 9-Format vollflächig ausgenutzt wird. Man spricht dabei von einem Bildseitenverhältnis zwischen 1.78 : 1 und 1.85 : 1. Das heißt, das Bild ist um den Faktor 1.78 breiter als dessen Höhe. Da aber rund 70 Prozent aller Hollywood-Filme im 21 : 9-Widescreen-Format (Cinemascope, 2.35 : 1 oder 2.40 : 1) gedreht werden, findet das Bild im Heimkino nur zwischen zwei schwarzen Balken seinen Weg auf die Leinwand. Dies reduziert natürlich die effektive Auflösung, je nach Bildseitenverhältnis werden nur 1 920 × 810 Pixel genutzt – über eine halbe Million Bildpunkte gehen so verloren.
In unserem Testaufbau nutzten wir den DLA-HD950-Projektor von JVC, denn dieser verfügt über eine 21 : 9-Vorverzerrung. Somit wird der zugespielte Inhalt in der Höhe gestreckt und die Balken verschwinden. Natürlich stimmen dann die Proportionen nicht mehr und aus Kreisformen werden Ellipsen. Der Vorteil: Im Zuge der Vorverzerrung wird das gesamte bilderzeugende Panel des Projektors genutzt. Das kommt der Auflösung und Leuchtkraft zugute, Letztere stieg im Test um rund 20 Prozent.
Die Nutzung der vollen 1 920 × 1 080 Pixel kommt aber nur einer Interpolation gleich, denn die Filme liegen ja bereits auf der Blu-ray mit nur 810 aktiven Zeilen vor. Dieser Umstand wurde auf der DVD durch die anamorphotische Bildspeicherung effizienter gelöst und aus einer Widescreen-Vorlage ließ sich die komplette Auflösung wiederherstellen. Der uns vorliegende UH480 Horizontal Expansion Anamorphot (3 872 Euro) von Panamorph ist für die Entzerrung zuständig und streckt das Bild in der Horizontalen, so entsteht dann das aus dem Kino gewohnte Bildseitenverhältnis und auch die Proportionen stimmen wieder.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.





















