Ostdeutschland? Liegt beim ZDF irgendwo in der Ukraine

26.11.2018, 14:43 Uhr, dpa/rs

Nachdem Strukturwandel und Modernisierung ostdeutsche Städte als Kulisse für Wende-Filme unbrauchbar gemacht machen, verlagern sich die Drehorte weiter nach Osten.


Die Wiedervereinigung Deutschlands liegt schon fast dreißig Jahre zurück – doch die popkulturelle Aufarbeitung der Wendezeit erfreut sich nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Durch lokale Produktionen von internationalem Format, zuletzt von Prime und Netflix, sogar weit über deutsche Grenzen hinaus: "Goodbye Lenin", "Deutschland 83" und "Deutschland 86" – die Spaltung Deutschlands und die Zeit nach der Wende bleibt heißes Thema und ist somit ein Erfolgsgarant für die deutsche Filmindustrie.


Das Problem ist nur: Authentische Schauplätze und Drehorte zu finden wird mit der fortschreitenden Modernisierung und infrastrukturellen Aufwertung sämtlicher Orte auf dem ehemaligen Staatsgebiet der DDR immer schwieriger. Authentische Post-Wende-Tristesse? Fehlanzeige, denn Subway und Apple Store stören da im Bild. Die Lösung dieses Problems dafür ist nicht sonderlich naheliegend – lag den Produzenten entsprechender Filme aber auch nicht zu fern: In der Ukraine fand sich wohl das, was für die Macher des ZDF-Spielfilms "Sumpfland" wie Brandenburg im Jahre 1992 aussieht.

Die dort angesiedelte Handlung ist angelehnt an den spanischen Film "La Isla Minima". Am deutschen Drehbuch ist Christian Alvart beteiligt, der auch Regie führt und für die Kamera verantwortlich ist. In der deutschen Fassung werden die Kommissare Patrick (Trystan Pütter) und Markus (Felix Kramer) an die Oder geschickt, um dort das spurlose Verschwinden von zwei Schwestern aufzuklären. Als sie den Sumpf aus Lügen und Verbrechen austrocknen wollen, geraten sie selbst in höchste Gefahr.

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