
- Paukenschlag: Zeitungsverlage klagen gegen "Tagesschau"-App
21.06.2011, 10:37 Uhr, ar
Acht Zeitungsverlage machen ihre Androhung war und ziehen gegen die umstrittene "Tagesschau"-App der ARD vor Gericht. Sie sehen sich durch die journalistischen Online-Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Senders wirtschaftlich benachteiligt.
Beim Kölner Landgericht sei am Dienstag Klage eingereicht worden, sagte der Vorsitzende des Verlegerverbandes Nordrhein-Westfalen, Christian Nienhaus, auf dem 23. Medienforum NRW in Köln. Die Verlage stoßen sich an eigenständigen Hintergrundartikeln, die von der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt zusätzlich zu Video- und Online-Inhalten in der "Tagesschau"-iPad-Version bereitgestellt werden.
"Die Ministerpräsidenten schauen untätig zu, wie mit Gebührengeldern umfänglich Pressetexte geschrieben und digital verbreitet werden. Es bedarf in Deutschland aber keiner staatsfinanzierten Presse", sagte Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), in Berlin. Der Dachverband unterstützt die Aktion der klagenden Verlage.
Die Verlagshäuser stützen sich bei ihrer Wettbewerbsklage nach eigenen Ausführungen auf den Rundfunkstaatsvertrag der Länder, der presseähnliche digitale Inhalte der öffentlich-rechtlichen Sender ohne konkreten Bezug zu einer erfolgten Sendung verbietet. Die Praxis habe jedoch gezeigt, dass sich die Rundfunkhäuser an diese Vorgaben nicht hielten, hieß es.
Die Kontrollgremien der Sender sowie die jeweiligen Aufsichtsbehörden hätten diese Entwicklung gebilligt. Daher sei es aus Sicht der Verlage erforderlich, den Rechtsweg - wie angekündigt - zu beschreiten. Der Klage schließen sich unter anderem "FAZ", "Süddeutsche Zeitung", "Die Welt" sowie die WAZ-Gruppe, der "Kölner Stadt-Anzeiger", die "Rheinische Post", "Ruhr Nachrichten" und das "Flensburger Tageblatt" an.
Die "Tagesschau"-App verstoße gegen geltendes Recht, hatte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bereits kurz vor Weihnachten erklärt. Das Angebot habe angesichts der bestehenden Pressevielfalt im Netz nichts mehr mit einer Grundversorgung durch die öffentlich-rechtlichen Anstalten zu tun. Auffällig sei auch der Zeitpunkt für den Markteintritt. Gerade zu Weihnachten, wenn die neuen Tablet-PCs und Lesegeräte auf dem Gabentisch lägen, gebe es damit kostenlose Konkurrenz zu den jüngst eingeführten Bezahl-Apps der Zeitungen.
Der bei der Entwicklung der App federführende Norddeutsche Rundfunk wies die Kritik der Verlager zurück. NDR-Sprecher Martin Gartzke sagte, an der Rechtmäßigkeit der App gebe es objektiv keinerlei Zweifel. Das hätten Rundfunkrat, Gutachter und die Rechtsaufsicht übereinstimmend festgestellt.
Der Verlegerverband BZDV hat nach eigener Aussage parallel bei der Europäischen Wettbewerbskommission auf den grundsätzlichen Mangel an einer effektiven Kontrolle der gebührenfinanzierten Sender hingewiesen. Dies sei insbesondere beim kürzlich durchgeführten so genannten Drei-Stufen-Test im Zusammenhang mit einem EU-Beihilfeverfahren deutlich geworden. Der Verband rechnet damit, dass sich die europäische Behörde "mit den Hinweisen vertiefend beschäftigen wird".
Update 10.59 Uhr: Erweiterte Neufassung der Meldung
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Was ist denn da jetzt der "Paukenschlag"?
Wenn jemand wegen irgendwas Klage einreicht dann ist doch noch überhaupt nichts entschieden, und wenn das zudem schon seit Monaten angekündigt ist, dann ist es auch für niemanden überraschend. Merkwürdige Wortwahl...
Wenn jemand wegen irgendwas Klage einreicht dann ist doch noch überhaupt nichts entschieden, und wenn das zudem schon seit Monaten angekündigt ist, dann ist es auch für niemanden überraschend. Merkwürdige Wortwahl...

Und warum klagen sie nicht auch gleich gegen die "ntv-app", die "RTL-app"?
ICH zahle die Gebühren und ICH will diese app...
Und was ist mit hbbtv? Wollen sie dagegen auch klagen? Sinn- und hirnlos, diese Aktion.
ICH zahle die Gebühren und ICH will diese app...
Und was ist mit hbbtv? Wollen sie dagegen auch klagen? Sinn- und hirnlos, diese Aktion.
Das ist wohl dann das hilflose zucken von Verlagen - sie müssen sich eben mit der neuen Situation abfinden in der heutigen Welt ! Als die Hausfrau für den Ernährer der Familie die Zeitung gebügelt hat ist auch vorbei !
Aber ganz sicher haben Zeitungen auch noch in vielen Jahrzehnten ihre Berechtigung neben anderen Informationsmöglichkeiten !
Aber ganz sicher haben Zeitungen auch noch in vielen Jahrzehnten ihre Berechtigung neben anderen Informationsmöglichkeiten !

Als GEZ-Zahler erwarte ich Objektiv Berichterstattung von ARD, was auch fast immer so ist.Während die Privaten zur Hauptsache ihre eigenen Intressen vertreten.
Über den seit Wochen laufenden Streik der Zeitungsredakteure liest und hört man nichts in den privaten Medien.
Moin Moin peter m
- wie bekomme bich dein Geld in meine Tasche ?
Über den seit Wochen laufenden Streik der Zeitungsredakteure liest und hört man nichts in den privaten Medien.
Moin Moin peter m
- wie bekomme bich dein Geld in meine Tasche ?

Die Verleger verkennen hier wohl gern, dass hier nichts "staatsfinanziert" ist, sondern die Kosten einzig die Gebührenzahler und die Werbekunden tragen.
Und bei einer so guten App bezahle ich das doch gern.
Und bei einer so guten App bezahle ich das doch gern.






























