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  • [Portrait] Nasa-Chef Bolden: Kämpfer für die Raumfahrt-Zukunft

21.08.2011, 12:01 Uhr, Marco Mierke

Dass der schwarze Junge aus den US-Südstaaten einmal ins All reisen würde, schien im Zeitalter der Rassentrennung undenkbar. Doch Charles Bolden besiegte alle Vorurteile und brachte es bis zum Chef der Nasa - und kämpft um deren Identität. Jetzt feiert er seinen 65. Geburtstag.

Ein entscheidenden Pass im Football

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Charles Bolden
Bild: NASA

 
Am 22. November 1963 erfuhr Charles Bolden wie es ist, mehr zu erreichen als jemals möglich schien. Eigentlich nur ein Ersatzmann auf der Bank, musste er in der American-Football-Mannschaft seiner Schule im Finale um die Staatsmeisterschaft den verletzten Spielführer ersetzen. Er warf den entscheidenden Pass, sein Team gewann und Bolden, der sich selbst als "lausigen Football-Spieler" bezeichnet, war ein lokaler Held.
 
Diese Geschichte erzählt der Chef der Raumfahrtbehörde Nasa, der am 19. August 65 Jahre alt wird, auch heute noch gern. Und es ist eines der vielen Zeichen seiner Bescheidenheit, dass er diese Anekdote wählt, um seinen Lebensweg zu beschreiben.
 
Dabei könnte er doch prahlen mit den Erlebnissen auf seinen Reisen ins Weltall oder als Kampfflieger im Vietnam-Krieg. Als kommandierender General bei den Marines oder als Vorstandsvorsitzender in der Raumfahrtindustrie.
 
Doch wahrscheinlich weiß er, dass die schlichte Sportepisode die wichtigsten Stationen seines Werdegangs treffend vorzeichnete. Denn immer wieder erreichte er, was für ihn undenkbar wirken musste.

Das Unmögliche möglich machen


 
Als er nach dem Schulabschluss an der Navy-Akademie studieren wollte, war er dafür als Schwarzer aus dem Südstaat South Carolina im Zeitalter der Rassentrennung alles andere als prädestiniert. So versuchte er mit einem Bittbrief an Vizepräsident Lyndon B. Johnson, sein Schicksal zu wenden – ohne Erfolg. Doch Bolden ließ nicht locker: Als Johnson Präsident wurde, schrieb er auch ihm einen Brief. Wenige Wochen später klopfte ein Rekrutierer der Navy an seine Tür.
 
Von da an war Bolden nicht zu stoppen. Der Sohn einer Lehrer-Paares studierte Elektrotechnik und Systemmanagement an der Akademie, machte Karriere als Pilot und schaffte es als einer von wenigen Soldaten, ins Astronautenprogramm der Nasa aufgenommen zu werden. Vier Mal flog er an Bord eines Space Shuttles in den Orbit, zunächst als Pilot, später als Kommandant. Schließlich kehrte er zum Militär zurück, diente auf Top-Posten in Kuwait und Japan.
 
Als ihn der damalige Präsident George W. Bush 2002 zum Nasa-Vizechef machen wollte, legte Verteidigungsminister Ronald Rumsfeld ein Veto ein – er wollte auf Bolden nicht verzichten. 2009, nach einigen Jahren in der Privatwirtschaft, holte Präsident Barack Obama den Nasa-Veteranen als ersten Schwarzen an die Spitze der Raumfahrtbehörde. Bolden war erst der zweite Astronaut, der es in der rund 50-jährigen Geschichte der Institution bis auf den Chefsessel schaffte.

Ein Kämpfer bis zum Schluss


 
Als Leiter der einst ruhmreichen Einrichtung muss er nun erneut scheinbar Unmögliches bewerkstelligen. Nach der Ausrangierung der betagten Raumfähren steckt die Nasa in der Identitätskrise. Sie kann ihre Astronauten nicht mehr in eigenen Shuttles ins All bringen, nicht einmal Proviant zur Internationalen Raumstation ISS schaffen. Und das Geld für erhoffte Neuentwicklungen, die die Amerikaner einst zu einem Asteroiden und zum Mars bringen sollen, ist mehr als knapp.
 
Doch Bolden gibt – wahrscheinlich zum letzten Mal in seiner langen Karriere – noch einmal den optimistischen Kämpfer. "Ich bin nicht bereit, die bemannte Raumfahrt unter meiner Aufsicht enden zu lassen", beschwört er. Unermüdlich hebt er in der Öffentlichkeit die Bedeutung der Nasa und der Erkundung des Universums hervor.
 
Die Entscheidung, künftig private Unternehmen die Raumfahrtgeräte entwickeln zu lassen, verkauft Bolden der skeptischen Öffentlichkeit als Lösung vieler Probleme statt als Sparmodell. "Wir werden die Führung der USA im Weltall erhalten und ausbauen wie auch alle Vorteile, die daraus erwachsen", kündigt er an. Große Worte, aber sie kommen auch von einem Mann der Taten.
 
DIGITAL FERNSEHEN portraitiert an dieser Stelle regelmäßig interessante Persönlichkeiten aus der Medien- und Technikbranche.
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molodjez
molodjez · Junior Member · DF-Forum
Dass die Redaktion keinen Duden zu haben scheint, merkt man ja schon länger. Schaut einfach mal nach, wie "Portrait" geschrieben wird!
 
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