Radiosender im Kabel vor dem Aus

18.03.2016, 11:27 Uhr, buhl

Der fortschreitenden Erhöhung der Übertragungsgeschwindigkeit im Kabelnetz könnte auch das analoge Radio zum Opfer fallen. Um das neue Internetprotokoll einsetzen zu können, müsste das UKW-Radio weichen.


Die Kabelnetzbetreiber sind gerade dabei, die Geschwindigkeiten für das Internet deutlich zu erhöhen. Möglich machen soll dies die neue Stufe des Internetprotokoll DOCSIS 3.1. Die dafür nötigen Frequenzen sollen einerseits durch die von Unitymedia bereits begonnene Analogabschaltung der TV-Sender freigemacht werden. Doch auch das analoge Radio könnte demnächst aus dem Kabelnetz verschwinden, wie das Portal "teltarif.de" berichtete.


Wie auf der Fachtagung des Deutschen Instituts für Breitbandkommunikation (dibkom) am Mittwoch erläutert wurde, ermöglicht DOCSIS 3.1 im Frequenzbereich zwischen 5 und 204 MHz einen deutlichen höheren Upstream. In diesem Bereich senden bisher jedoch auch die UKW-Radiosender. Laut dem Medientechnikanalysten Ulrich Freyer könnte das Problem am leichtesten durch eine Abschaltung des UKW-Radios im Kabelnetz gelöst werden.
 
Damit könnten 15,9 Prozent der Bevölkerung ohne Radioprogramme dastehen. Dies ist zumindest die Zahl der Kabel-Radio-Hörer, die der Digitalisierungsbericht 2015 ausweist. Ob der Empfang analog oder digital erfolgt, wird dabei allerdings nicht erwähnt. Eine weitere Lösung sieht Freyer in der Entwicklung von Radios für DVB-C, denn bisher können digitale Kabel-Radiosender nur über eine zwischengeschaltete Set-Top-Box auf der HiFi-Anlage oder dem Fernseher gehört werden.
 
Eine weitere Idee ist, ein Gerät zu entwickeln, das ein UKW-Signal über Kabel empfängt, das nicht im UKW-Frequenzbereich übertragen wird. Die größte Frage bleibt jedoch die tatsächliche Nachfrage.

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