
- Hintergrund Raumklang im Heimkino
- Der Weg des Klangs
erstellt am 28.11.2011 von Torsten Pless
Den großen Kinoklang zu Hause zu erleben, ist ein Wunsch, den sich viele mit einem eigenen Heimkino erfüllen. Mit unterschiedlichen Surround-Systemen, virtuellen Lautsprechern und gar reflektierenden Wänden gibt es für jeden die passende Lösung.
Wenn von dem Wort "Surround" die Rede ist, kommt vielen sofort der Begriff "5.1" in den Sinn. Dabei ist die fünfkanalige Wiedergabeform mit ergänzendem Subwoofer noch lange nicht das Maß aller Dinge und kann bereits auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurückblicken. Aktuelle AV-Receiver bieten auf Grundlage verschiedenster Matrizierungsverfahren bereits die Möglichkeit, bis zu 11.2 Kanäle gleichzeitig wiederzugeben und neueste Techniken wie Auro-3D (AUDIO TEST berichtete in Ausgabe 2/2011) treiben die Entwicklungen rund um die räumliche Wiedergabe immer weiter voran.
Doch was ist der Grund für diese stetig wachsende Kanalerweiterung im Heimkino? Das Ziel aller Entwicklungen ist es, den Zuhörer in eine 360 Grad umfassende klangliche Umhüllung derart einzubetten, wie wir es von der Natur vorgegeben bekommen – unabhängig von der jeweiligen Sitzposition. Die heute bereits sehr weit entwickelten Standards sind jedoch nicht über Nacht entstanden und die Anfänge des Tonfilms reichen bis zur einkanaligen Monowiedergabe zurück. Die ersten Lichtspielhäuser wurden zu Beginn mit einem einzigen Lautsprecher hinter der Kino leinwand ausgestattet.
Da die wichtigsten Handlungsstränge und Dialoge auch heute noch zentral abgemischt werden, hat ebenjener Center-Kanal bis jetzt überlebt und nimmt auch weiterhin eine tragende Rolle im Heimkino ein. Für den damaligen Kinobesucher bedeutete diese Ein-Lautsprecher-Variante eine stets nachvollziehbare Lokalisation des Klanggeschehens, unabhängig der "idealen", mittleren Sitzposition.
Mit der Einführung des Stereotons und dem Einzug zwei kanaliger Plattenspieler und Tonbandgeräte in die Haushalte wurden die ersten Kinos mit der neuesten Entwicklung ausgestattet und der Grundstein zur zweikanaligen Heimkinowiedergabe gelegt. Stereoskope atmosphärische Hintergrundgeräusche und Filmmusiken konnten fortan über zwei Lautsprecher, links und rechts hinter der Leinwand angeordnet, wiedergegeben werden.
Eine Grundregel für eine zentrale Lokalisation von Monosignalen wie Dialog stimmen ist ihre gleichlaute Wiedergabe über die beiden Lautsprecher. Die sich daraus bildende Phantomschallquelle zwischen den Lautsprechern ist jedoch nur auf den Sitzplätzen genau in der Stereomitte einwandfrei lokalisierbar. Je nach Entfernung von der idealen Stereomitte verschiebt sich ebenfalls die Dialoglokalisation.
Wird in einem Stereoheimkino eine Sitzposition am äußersten linken Rand eingenommen, erfährt der Zuhörer die Schallereignisse fast ausschließlich aus dem linken Lautsprecher. Erst bei weiter hinten aufgestellten Sitzplätzen verringert sich diese Verschiebung durch den größer werdenden Raumeinfluss und Diffusschallanteil. Das Audiosignal wird hier weitestgehend als Mono empfunden.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.

















