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  • Topthema • Reanalogisierung

  • Aus digital wird wieder analog

 erstellt am 12.07.2010 von Annette Vogt

Zum 30. April 2012 endet die analoge Satellitenausstrahlung der Öffentlich-Rechtlichen. Jedoch beziehen lediglich 30,6 Prozent der Kabelkunden Digital-TV. Das geht aus dem Digitalisierungsbericht 2009 der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten hervor. Um ihren Kunden auch weiterhin analoges Fernsehen von in Zukunft ausschließlich digital verbreiteten Sendern anbieten zu können, werden die TV-Anbieter nach der Abschaltung der analogen Signale vielfach aus "digital" wieder "analog" machen müssen, das ist die sogenannte Reanalogisierung. Die kostet Geld, Zeit und zerrt an den Nerven aller Beteiligten.

ZDF und ARD gaben bereits bekannt, sich nicht an den Kosten für eine Reanalogisierung im Kabel beteiligen zu wollen
Bild: ARD/ZDF

Allein Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) möchte von den Sendern für die Reanalogisierung angeblich einen Betrag von rund 20 Millionen Euro haben. Laut Informationen des DF-Schwestermagazins DIGITAL INSIDER liegen die Kosten für die Reanalogisierung bei 36 Millionen Euro für die Netzebenen drei und vier sowie bei 50,4 Millionen Euro für die unabhängigen Kabelnetzbetreiber.

Reanalogisierung heißt, dass bei einer reinen Digitalzuführung der Programme durch den Satelliten die Digitalprogramme wieder in analoge umgewandelt und dann an den Kunden weiterverbreitet werden. So entstehen Kosten für den Kabelnetzbetreiber, der sogenannte "Transcoder" einbauen muss, um die digitalen Programme wieder zurück aus der Zukunft zu holen. Diese müssen in die Schaltzentralen der Netze eingebaut werden, die die Netzbetreiber vielfach noch von der Telekom gemietet haben. Zutritt dazu gibts nur gegen Bares.

ZDF und ARD gaben bereits bekannt, sich nicht an den Kosten für eine Reanalogisierung im Kabel beteiligen zu wollen. "Die ARD lehnt eine Beteiligung an den Kosten für die Reanalogisierung in den Kabelkopfstationen ab", sagte Bertram Bittel, Vorsitzender der Produktions- und Technik-Kommission von ARD und ZDF (PTKO), gegenüber DIGITAL FERNSEHEN im Gespräch. Auch Prof. Carl-Eugen Eberle, Justitiar des ZDF, sprach sich im Gespräch mit DF gegen eine Kostenbeteiligung aus.


Für Unitymedia ergebe sich "zwangsläufig die Notwendigkeit zur Reanalogisierung von digitalen Programmen, um den Verpflichtungen zur analogen Programmverbreitung auch in Zukunft nachzukommen", so eine Sprecherin des Kabelnetzbetreibers. Auch Kabel BW hat sich im Gespräch mit DF bereits zum Thema Reanalogisierung geäußert.
 
Für die Kunden des baden-württembergischen Kabelnetzanbieters sei es unerheblich, "ob das Signal dabei aus einer analogen oder digitalen Quelle stammt", so ein Sprecher von Kabel BW. Kabel Deutschland antwortete nicht auf DF-Fragen zum Thema. Auch Tele Columbus äußerte sich bislang nicht zu den Fragen zur Reanalogisierung.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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Letzte Änderung: Donnerstag, 15.12.2011
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