Regierung spricht sich für harten Umstieg auf DVB-T2 aus

20.08.2014, 12:38 Uhr, ps

Bundesverkehrsminister Dobrindt hat sich am Mittwoch für einen harten Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 ausgesprochen. Eine lange Simulcast-Phase zwischen beiden Übertragungsstandards soll es für die terrestrische TV-Verbreitung nicht geben. Bereits ab 2017 sollen erste Frequenzen des 700-MHz-Bandes für Breitbanddienste nutzbar sein.


Der Umstieg der terrestrischen Fernsehübertragung vom derzeitigen Standard DVB-T auf den neuen Übertragungsstandard DVB-T2 soll nach dem Willen von Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sehr schnell und ohne große Übergangszeit erfolgen. Dies sagte er am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Digitalen Agenda 2014 - 2017. Die Chancen auf eine längere Simulcast-Phase zwischen dem alten und dem neuen Übertragungsstandard dürften damit deutlich schwinden.


Ausschlaggebend für den schnellen Umstieg soll die Digitale Dividende II sein, in deren Rahmen der Bund die Frequenzen des 700-MHz-Bandes an die Mobilfunkanbieter versteigern möchte. Auf dem Frequenzband, das für den Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 benötigt wird, sollen künftig Breitbanddienste über Mobilfunk angeboten werden. Bereits ab 2017, so der Minister, solle es erste Nutzungen des 700-MHz-Bandes für Breitbanddienste wie LTE geben.
 
TV-Zuschauer, die von DVB-T auf DVB-T2 umsteigen, hätten somit nur wenig Zeit, sich neue Empfangsgeräte anzuschaffen, da die Sender von ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1 erst ab Mitte 2016 planen, mit der TV-Ausstrahlung in DVB-T2 zu beginnen. Angedacht war von den Sendern ein schrittweiser Umstieg zwischen 2016 und 2019.
 
Fatal ist, dass es dem Zuschauer gar nichts bringt, schon jetzt auf DVB-T2-fähige Endgeräte umzusteigen. Keines der derzeit am Markt verfügbaren Empfangsgeräte unterstützt bereits den neuen Videokeompressionstandard HEVC. Dieser soll jedoch bei der geplanten DVB-T2-Ausstrahlung in Deutschland zum Einsatz kommen.

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