SWR warnt vor Debatte um Abschaffung der Öffentlich-Rechtlichen

10.11.2017, 13:34 Uhr, dpa

Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Boudgoust, hat eindringlich vor einer Debatte um die Abschaffung der öffentlich-rechtlichen Sender gewarnt.


Bei einer Sitzung des Landesrundfunkrates Baden-Württemberg wandte er sich unter anderem gegen "Druck" aus der Zeitungsverlegerbranche. Wenn dort etwa von "Zwangsgebühren" oder einem "Staatsrundfunk" gesprochen werde, sei das eine maßlose Verrohung der Sprache. "Das ist meine Sorge", sagte Boudgoust am Freitag in Stuttgart.


Der Intendant appellierte an die Rundfunkräte, in der Gesellschaft deutlich zu machen, was die öffentlich-rechtlichen Sender leisten. Sie seien "politisch und wirtschaftlich unabhängig" und als Kulturgut Teil der Demokratie. Geld sei damit zwar nicht zu verdienen. Aber nur ein mit Gebühren finanziertes Programm könne etwas für jeden bieten, sagte er.
 
"Nur wir bieten ein Gegengewicht", sagte Boudgoust mit Blick auf die mit Werbeerlösen finanzierten Sender. Der Intendant betonte, dass es auch Zuschauer gebe, die mit "Nackt-Kuppelei, Castingshows und amerikanischen Serien" im Privatfernsehen nichts anfangen könnten. Ohne öffentlich-rechtliches Angebot bestehe die Gefahr, dass Preise für zahlungspflichtige Medienangebote in die Höhe schnellen könnten.

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