Sat.1 Gold: Reichweite und Bekanntheit sollen noch wachsen

15.01.2014, 11:10 Uhr, fm

Ein eigerner TV-Sender für Damen im besten Alter - mit diesem Konzept ist Sat.1 Gold vor einem Jahr gestartet. Drei Tage lang will der Kanal diesen ersten Meilenstein nun feiern, ehe in den kommenden Monaten vor allem Reichweite und Bekanntheit des Senders ausgebaut werden sollen. Auch neue Eigenproduktionen stehen schon in den Startlöchern.


Nachdem sich Sixx bei den jüngeren Zuschauerinnen als Erfolg erwiesen hat, legte ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr noch einmal nach und schickte am 17. Januar mit Sat.1 Gold seinen zweiten Frauensender an den Start, mit dem das Unternehmen von einer Marktlücke im deutschen TV profitieren wollte. Denn der als Best-Ager-Sender beworbene Kanal richtet sich mit seinem Programm an älteren Frauen zwischen 49 und 64 Jahren, eine Zielgruppe also, die bisher kaum ein Fernsehsender ins Auge gefasst hat. Am Freitag feiert Sat.1 Gold nun seinen ersten Geburtstag - und den will der Free-TV-Kanal gleich drei Tage lang zelebrieren, wie Sat.1-Gold-Sprecherin Petra Dandle gegenüber DIGITAL FERNSEHEN erklärte.
 
Am Freitagabend selbst setzt Sat.1 Gold dabei auf Schlager. Mit dem "Goldschlager Spezial" und einem Konzert von Andreas Gabalier sind die Zuschauer zum mittanzen und feiern aufgefordert. Am Samstag ist ein "K11"-Marathon geplant, bei dem Fans per Online-Voting selbst entscheiden können, welche Folgen gezeigt werden. Am Abend wird dann mit zwei "Elvis"-Formaten erneut das Tanzbein geschwungen, ehe die große Geburtagsfeier mit einer Reise-Sonderprogrammierung am Sonntag endet.


Doch auch fernab des Jubiläums sollen sich die Zuschauer dem Sendernamen entsprechend einfach "gold" fühlen. Dafür bietet der Kanal bereits seit dem Start ein Programm, dass sich ausschließlich aus deutschen Produktionen speist. Ein Großteil der Talkshows, Serien und Filme kommt dabei aus den Archiven der Sendergruppe. So dürfen etwa "Britt", "Wolffs Revier" oder auch "Zwei bei Kallwass" auf dem Spartensender eine neue Runde über den Bildschirm drehen.
 
Mit selbst produzierten Formaten versucht Sat.1 Gold aber auch eigene Akzente zu setzen. Dabei hat der Veranstalter für 2014 bereits zwei neue Produktionen in den Startlöchern: Ab dem 5. Februar geht mit "Ingo Lenßen: Ihr Urteil bitte" eine neue Rechteberatung auf Sendung, in der der ehemalige Sat.1-Ermittler in einer Art Talkshow Rechtsthemen klärt und an einzelnen Fällen erläutert. Mit "Lebenslust" kommt zudem ein neues Wohlfühlmagazin hinzu, das ab dem 15. Februar immer samstags von Gaby Papenburg präsentiert wird.
 
Auch der Sport soll weiterhin ein wichtiges Standbein des Senders bleiben. Seit vergangenem Frühjahr hat Sat.1 Gold auch regelmäßig Tennis in seinem Programm - und das soll auch so bleiben, wie Dandle weiter betonte. Zudem setzt der Kanal auch in Zukunft verstärkt auf Schlager-Sendungen, die bei der anvisierten Zielgruppe durchaus hoch im Kurs stehen dürften.
 
Im zweiten Jahr will der Best-Ager-Sender dann weiter an seiner Bekanntheit arbeiten. Auch die technische Reichweite von Sat.1 Gold zählt noch zu den Baustellen, die in den nächsten Monaten weiter behoben werden sollen. In den vergangenen zwölf Monaten seit dem Start hat der Free-TV-Sender zwar weitere Kabelnetzbetreiber für sich gewinnen können und auch die DVB-T-Verbreitung wurde zumindest in Bayern angeschoben, Luft nach oben ist allerdings dennoch.
 
Der Sender selbst gibt seine technische Reichweite mit 75 Prozent an. Da auch die Verbreitung via Satellit und IPTV (Telekom und Vodafone) bereits erfolgt, ist anzunehmen, das der Sender hier vor allem beim terrestrischen Antennenfernsehen und kleineren Kabelanbietern nachlegen will. Sat.1 Gold selbst machte dazu allerdings keine näheren Angaben.
 
Konkreter wurde Dandle da schon beim Thema Sat.1 Gold in High Definition, denn einem möglichen HD-Ableger erteilte der Sender nun erneut eine Absage. Grund sind hier technische Probleme. Da das Programm des Senders zu großen Teilen aus Archivsendungen besteht, dass eben nicht in hochauflösender Bildqualität vorliegt, fehlt es dem Sender an entsprechendem Material, um einen HD-Ableger anzuschieben. Solang überwiegend hochskallierte Bilder gesendet werden müssten, will man in Unterföhring nicht tätig werden.
 
Die Zeit könnte das allerdings ändern, denn der Anteil an HD-Material wird in den kommenden Monaten und Jahren von allein steigen. Neben Live-Tennis und selbst produzierten Formaten hat der Sender schon jetzt auch viele Titel im Programm, die aktuell auf den Hauptsendern und deren HD-Ablegern laufen - Tendenz steigend. Damit könnte auch High Definition für den Frauensender irgendwann attraktiver werden.

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