
- Hintergrund Schneewittchen und die sieben Zwerge
- Ein Klassiker restauriert für die blaue Technik
erstellt am 29.03.2010 von Falko Theuner
Mit "Schneewittchen" startet Disney Home Entertainment die Reihe "Diamond Edition" und bekräftigt noch einmal den Qualitätsanspruch bei der Restauration der unvergesslichen Zeichentrickschätze. Das älteste Disney- Meisterwerk stellte die Restauratoren vor eine besondere Herausforderung.
Walt Disneys erster abendfüllender Zeichentrickfilm war seinerzeit ein großes Risiko für das junge Unternehmen. Als Novum hatte sich Disneys Kinovision erst noch beim Publikum zu behaupten. Um das Risiko des Misserfolgs zu minimieren, entschied er sich für eines der bekanntesten Grimm'schen Märchen überhaupt. "Schneewittchen" war nicht nur jedem leicht zugänglich, es hatte auch keinen allzu komplexen Handlungsverlauf und besaß zudem eine immense emotionale Tiefe. Die Geschichte einer aufrichtigen Prinzessin, deren eifersüchtige Stiefmutter ihr nach dem Leben trachtet, betörte bereits Generationen von Kindern.

- Dank des Rotoscope- Verfahrens erhalten die Bewegungen der Figuren ihre reale NoteBild: Disney Home

- Für Sammler gibt es ein limitiertes "Diamond Collector's Set" mit acht Lithografien der Originalzeichnungen, einem Pin-Set und 160-seitigen Buch zum Film. Kostenpunkt 97 EuroBild: Disney Home
Das Mitleid eines einfachen Jägers verhindert jedoch den hinterlistigen Mord und führt Schneewittchen in das winzige Haus der sieben Zwerge, in dem sie auf ihren Märchenprinzen wartet. Das hindert die schönheitsfanatische Königin nicht daran, ihr Stiefkind mehrmals aufzusuchen und mit diversen Versuchungen in tödliche Gefahr zu bringen.
Zwar unterliegt Schneewittchen jedem der drei Attentate, jedoch erfährt sie jedes Mal Rettung durch die Zwerge. Um den Film familienfreundlicher sowie flüssiger zu gestalten, veränderte Disney die Geschichte und verzichtete z. B. auf die ersten zwei Versuchungen (Kamm und Gürtel). Aber auch technisch ließ Disney nichts anbrennen.
In den drei Jahren Produktionszeit entwickelte er Möglichkeiten, der Umgebung eine noch größere Tiefe und den Figuren mehr Emotionalität zu verleihen. Das Multiplanverfahren war seinerzeit ein absolutes Novum und definierte den späteren Standard aufwendiger Zeichentrickfilme. Hierbei befinden sich diverse Abschnitte auf transparenten, übereinandergelegten Ebenen. Wird nun eine spezielle Kamera darüber positioniert, bewirkt die Verschiebung der Plattenabstände bzw. die unterschiedliche Seitwärtsbewegung aller Ebenen einen räumlichen Tiefeneffekt.
Für die lebensnahe Animation bediente sich Disney des Rotoscope-Verfahrens. Man ließ also echte Schauspieler die Szenen vor laufenden Kameras spielen und die Aufnahmen der Bewegungen dann Bild für Bild auf die Zeichentische projizieren, um sie von Hand in Animationen zu verwandeln. Die Mühe lohnte sich, im Erscheinungsjahr 1937 spielte "Schneewittchen und die sieben Zwerge" mit knapp acht Millionen Dollar rund das Vierfache der Produktionskosten ein, was für die Zeit schon eine Menge war. Über die Jahre kletterte diese Zahl auf 185 Millionen Dollar, Tendenz steigend.
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